Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 23. November 2016, 02:44

von Christa Hochpöchler

Engagement: Ybbs-Preis vergeben. Der Verein „Rettet die Ybbsäsche“ lud in den Raikasaal zur Generalversammlung und zum Bewirtschaftertreffen.

Die Schüler der Wirtschaftsmittelschule Waidhofen freuten sich gemeinsam mit Stadtrat Fritz Hintsteiner, Julia Pechgraber, Peter Stattmann, Gerald Käferbäck, Direktorin Doris Aigner, Obmann Leopold Hochpöchler, Stadträtin Beatrix Cmolik und Gerhard Auer (v.l.).  |  Christa Hochpöchler

Vor drei Jahren hatte der Verein „Rettet die Ybbsäsche“ den „Ybbs-Umwelt-Oskar“ ins Leben gerufen. „Die Entscheidung über Preisträger 2016 ist uns schwergefallen, da es in Waidhofen einige Gruppen gibt, die sich vorbildlich für die Umwelt einsetzen. So haben wir den Preis geteilt“, erklärte Obmann Leopold Hochpöchler.

Der Ybbs-Umwelt-Oskar ging an die Wirtschaftsmittelschule und an den Verein „Frauenzimmer“ für ihren Einsatz rund um eine saubere Ybbs. Koordiniert wurden die Reinigungsaktionen, an denen auch Asylwerber mitwirkten, von Stadtrat Fritz Hintsteiner, Gerald Käferböck, Stadträtin Beatrix Cmolik und Gerhard Auer.

Die Preisträger freuten sich über die Anerkennung. „Unser Ziel ist es, die Jugendlichen sensibel zu machen. Bei uns gibt es sogar ein Dosenverbot in der Schule“, so Direktorin Doris Aigner. Fritz Hintsteiner erzählte über seine ehrgeizigen Pläne für die Stadt Waidhofen: „Langfristig wollen wir die Stadt plastikfrei machen“. Obmann Leo Hochpöchler überreichte den „Ybbs-Oskar“ verbunden mit der Bitte, so weiterzumachen. Um die äußerst schwierigen Lebensbedingungen der Bachforelle ging es im zweiten Teil der Veranstaltung.

Die Ybbs ist verseucht mit Parasiten

Der Biologe Georg Fürnwenger untersuchte über einen Zeitraum von drei Jahren die Temperaturverhältnisse im Oberlauf der Ybbs. „15 Grad ist die Schranke, bis zu dieser Temperatur fühlt sich die Bachforelle wohl, doch in den letzten Jahren gab es Temperaturen über 20 Grad sowie längere Zeitspannen mit rund 18 Grad – das ist stark im Stressbereich für Bachforellen, speziell für Jungfische“, erklärte der Biologe.

„Seit dem Jahr 1996 gibt es für den Bereich bei Göstling Aufzeichnungen über Besatz und Entnahme. Während die Zahl der Besatztiere immer weiter steigt – bis zu 10.000 Bachforellen pro Saison – sank die Entnahme dramatisch auf einige wenige Bachforellen in den letzten Jahren“, zeigte er den Kollaps des Bachforellenbestands ab Lunz auf. Mit Spannung erwarteten die Besucher die Ergebnisse einer Studie, die vom Verein „Rettet die Ybbsäsche“ initiiert worden war. Dabei wurden aus jedem Abschnitt der Ybbs Bachforellen entnommen und auf der Universität für Veterinärmedizin untersucht. Mit dieser Studie wollte man dem unerklärlichen Bachforellensterben auf den Grund gehen.

Günther Unfer von der Universität für Bodenkultur präsentierte die ersten ernüchternden Ergebnisse: „Bis Lunz ist die Welt der Bachforellen noch in Ordnung, doch ab dem Zusammenfluss von der Ois mit dem unteren Seebach ist die Ybbs mit der durch Parasiten hervorgerufenen Krankheit PKD (Nierenerkrankung) verseucht.“

Unfer erklärte das Zusammenwirken von warmen Temperaturen, die das Ausbrechen dieser Krankheit begünstigen und dem künstlichen Besatz, der die Moostierchen, welche Sporenträger sind, richtiggehend „füttere“. „Um das Problem nicht noch zu vergrößern, sollte der Besatz mit Bachforellen vermieden werden.“ Tierärztin Eva Lewisch von der Universität für Veterinärmedizin schlug vor: „Für Fischer sollte es selbstverständlich sein, die Ausrüstung vor und nach jedem Fischgang zu desinfizieren, um PKD-freie Ybbsabschnitte zu schützen. Weiters sollten Fischzuchten besonders kontrolliert werden.“