Standing Ovations für Duo im Klangraum. Zwei Philharmoniker musizierten mit Barytonvirtuosin Maddalena del Gobbo.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 23. September 2020 (04:38)
Thomas Bieber bedankte sich bei Maddalena del Gobbo, Robert Bauerstatter und Tamás Varga (von links).
Lugmayr

Drei außergewöhnliche Musiker gastierten am Sonntagnachmittag in Waidhofen. Klangraum-Intendant Thomas Bieber hatte die international gefeierte Baryton-Solistin Maddalena del Gobbo für ein Konzert in der Filialkirche St. Ägyd bei St. Leonhard am Walde gewinnen können.

Im Trio musizierte sie gemeinsam mit dem Solo-Cellisten der Wiener Philharmoniker Tamás Varga und dem Viola-Stimmführer im Orchester der Wiener Staatsoper und Philharmoniker Robert Bauerstatter. Auf dem Programm stand Musik von Joseph Haydn, Luigi Tomasini und Andreas Lidl, Werke, die großteils am Hofe des Fürsten Esterházy entstanden waren.

Beginnend mit Haydns Divertimento D-Dur in drei Sätzen, Hob. XI:27, folgte ein Barytontrio aus der Feder von Luigi Tomasini, eines Zeitgenossen Haydns und wie dieser Musiker und Komponist am Hofe der Esterházy in Eisenstadt und ebendort Leiter der Fürstlichen Kammermusik.

Mit Andreas Lidl stand ein Werk eines weiteren herausragenden Musikers und späteren Kapellmeisters der Hofkapelle der Familie Esterházy auf dem Programm. Lidl, der selbst ein hervorragender Barytonspieler war, hat wie Joseph Haydn auch seine Kompositionen für das Instrument aus der Gamben-Familie sich selbst, aber vor allem auch dem Fürsten Nikolaus I. Esterházy, auf den Leib geschrieben.

Der Zuneigung des Fürsten zu dem Instrument verdankt die Nachwelt zahlreiche Kompositionen Haydns für Baryton, mehr als 150 Werke sollen es gewesen sein, so führte Maddalena del Gobbo aus, der Großteil dieser Preziosen – aber lange nicht alle – sind erhalten geblieben. Die Musizierkunst der drei Meister steht weit über jeder Beurteilung und schuf einen musikalischen Kosmos, der diesem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Ins trument eine formidable Bühne bot.

Die drei Musiker verstanden es jedenfalls, in der Besetzung Baryton, Viola und Violoncello eine unglaublich harmonische Begegnung zu schaffen, wie sie wohl am Hofe der Esterházy einst allgegenwärtig war.

Das allen Abstandsregeln gehorchende Publikum goutierte gleich zweimal mit Standing Ovations, einmal am Programmende nach dem grandiosen Finale Fuga Presto des Divertimento D-Dur, Hob.XI:97 und ein weiteres Mal nach der Zugabe des Divertimento 109 von Joseph Haydn.