Ennstal-Classic: 200 Oldtimer und grüne Kritik. Ennstal-Classic führt über Hohen Markt in Waidhofner Innenstadt. Plankenbichler ist dagegen.

Von Daphne Brandstätter, Lisa Hofbauer und Andreas Kössl. Erstellt am 24. Juli 2019 (03:56)
Symbolbild
shutterstock.com/Gaschwald

 Am Freitag, 26. Juli, können besondere Oldtimermodelle bewundert werden, wenn die 234 Starter der Ennstal-Classic zur Passierkontrolle mitten in der Stadt Waidhofen Halt machen. Die Ennstal-Classic wurde 1993 zum ersten Mal ausgetragen: eine Oldtimer-Rallye mit 35 Startern. Walter Röhrl war der erste Sieger. Inzwischen etablierte sie sich zur bedeutendsten Oldtimer-Rallye Österreichs. Auch im Zeitalter der E-Autos lebt das Interesse und die Leidenschaft für das Blech der frühen Jahre so heftig wie nie zuvor: Nicht weniger als 234 Autos bis zum Baujahr 1972 werden am 25. Juli in Gröbming an den Start gehen.

Gespickt mit geheimen Sonderprüfungen, auf denen es gilt, 40 oder 50 Stundenkilometer zu halten, sind beim Prolog am ersten Fahrtag 403 Kilometer und beim Marathon am darauf folgenden Tag 451 Kilometer zu absolvieren.

Höhepunkt am Donnerstag ist die Fahrt über die Postalm und die Sonderprüfung am Red Bull Ring. Hotspots am Freitag sind neben Waidhofen die Etappenorte Lunz, Steyr, Spital am Pyhrn und der Alpenflugplatz Niederöblarn sowie die Fahrt durch das Gesäuse.

Ältestes Auto aus dem Jahre 1920

Das älteste Auto, das die Startnummer eins trägt, ist ein Ballot Rennwagen, der 1920 in Indianapolis Siebter wurde. 1921 gewann Jules Goux mit diesem Wagen den Grand Prix von Italien. Heute sitzt Alexander Schaufler im Cockpit des 107 PS starken Boliden. Man darf sich bei der diesjährigen Ennstal-Classic auf Legenden wie Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck und den Ex-Formel-1-Piloten und Langstreckenweltmeister Mark Webber freuen. Im diesjährigen Starterfeld finden sich auch jede Menge Stammgäste der Ennstal-Classic, wie etwa Rauno Aaltonen, Derek Bell, Dieter Quester, Rudi Stohl und Jochen Mass. Auch Stars wie die Skirennläufer Marco Büchel und Christian Mayer, Schauspieler und Sänger Peter Kraus, Fernsehstars Christian Clerici und Rudi Roubinek sowie „Game of Thrones“-Schauspieler Tom Wlaschiha („Der Mann ohne Gesicht“) werden Waidhofen einen Besuch abstatten.

Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt

In Waidhofen werden die Autos am Freitag kommend vom Kreisverkehr Eberhartplatz über den Hohen Markt, den Oberen Stadtplatz und den Freisingerberg fahren. Gegen 13.15 Uhr wird es am Oberen Stadtplatz bei der Apotheke eine Passierkontrolle geben. Danach führt die Oldtimer die Tour weiter über Maria Neustift nach Steyr. In dieser Zeit kann es zu Verkehrsbeeinträchtigungen im Stadtgebiet kommen.

Von 12.30 bis 15.30 Uhr wird die Fußgängerzone Hoher Markt aufgehoben und ein Fahrverbot – außer für die Teilnehmer der Ennstal-Classic – am Hohen Markt und am Oberen Stadtplatz (zwischen Freisingerberg und Ybbstorgasse) verhängt. Am Oberen Stadtplatz ist Richtung Süden (zwischen Freisingerberg und Ybbstorgasse) das Halten und Parken nicht gestattet.

 

Gegen die Einbahn geht es über den Hohen Markt zum Oberen Stadtplatz, dann den Freisingerberg hinunter stadtauswärts.
Stadt Waidhofen

Kritik am Rennen kommt von Waidhofens Grünen-Mandatar Matthias Plankenbichler. „Das Ganze ist zwar nicht so schlimm wie das Skirennen am Freisingerberg, dennoch halte ich es für keine gute Idee, wenn in Zeiten des Klimawandels und der Klimaproteste Oldtimer durch die Innenstadt fahren“, sagt Plankenbichler. „Aber wieder einmal zählt in Waidhofen nur der Event.“ Plankenbichler ist der Meinung, Waidhofen solle den Klimanotstand ausrufen und kündigt an, eine diesbezügliche Forderung bei der nächsten Gemeinderatssitzung einzubringen.

Bürgermeister Werner Krammer (WVP) wollte sich zur Kritik des Grünen-Mandatars nicht äußern.

Umfrage beendet

  • Oldtimer-Rallye durch die Innenstadt: eine gute Idee?