Heiße Debatte zum Steg. Bericht des Bauausschusses zum Schlosssteg im Waidhofner Gemeinderat. Opposition greift WVP und Bürgermeister Mair an. Volkspartei kontert Richtung SPÖ und FUFU.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 08. September 2014 (12:14)
Der rostige Waidhofner Schlosssteg sorgte wieder einmal für heftige Diskussionen im Waidhofner Gemeinderat.
NOEN, Foto: Kössl
Zu heftigen Diskussionen führte der Bericht des Bauausschusses zum Waidhofner Schlosssteg, der den Mandataren am Montag der Vorwoche im Gemeinderat zur Kenntnis gebracht wurde. Im Zentrum stand dabei die Schuldfrage zur Steg-Misere.

SPÖ-Gemeinderat Erich Leonhartsberger eröffnete den Kritikerreigen der Opposition, die sich auf die WVP und im Besonderen auf Bürgermeister Wolfgang Mair einschoss. Die Erkenntnis aus dem Bauausschussbericht sei, dass die Hypo-Bauplan hier fachlich und projektmäßig überfordert gewesen sei und die politische Verantwortung für die Steg-Misere klar bei der WVP und Bürgermeister Wolfgang Mair liege, so Leonhartsberger. Man könne nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Anfangs den Steg als unnötig abgelehnt

FUFU-Mandtar Martin Dowalil unterstrich die Kritik Leonhartsbergers. Die WVP habe das Desaster zu verantworten, außerdem sei die Beantwortung der Fragen im Stegbericht nicht zufriedenstellend. Kritische Töne kamen auch von der UWG. „Jeder lacht draußen“, so UWG-Gemeinderat Hubert Buchinger und UWG-Mandatar Siegfried Nykodem fügte hinzu, dass man den Bericht nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen könne, sondern das Thema ernster nehmen müsse.

Die WVP wiederum konterte in Richtung SPÖ. „Die SPÖ war damals beim Grundsatzbeschluss über den Steg dagegen, weil sie gesagt hat, wir brauchen den nicht“, so WVP-Stadtrat Franz Sommer. Stadtrat Werner Krammer verwies auf SPÖ-Aussendungen von damals, in denen man anfangs den Steg als unnötig abgelehnt hatte, um in später doch noch gutzuheißen.

„Da hat es Sinn gemacht, seine Meinung zu ändern“

Die SPÖ sei damals anfangs dagegen gewesen, weil man das Projekt ganz rasch mittels Dringlichkeitsantrag beschlossen habe, so SPÖ-Stadtrat Alfred Beyer. Zudem sei bei der Stegentscheidung damals noch nicht klar gewesen, dass das Schlosshotel komme.

1999, als der Grundsatzbeschluss gefasst wurde, sei vom Schlosshotel noch keine Rede gewesen, so auch SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker. Ein Jahr später sei dann klar gewesen, dass das Hotel kommt. „Da hat es Sinn gemacht, seine Meinung zu ändern“, so der Vize.

Das dementierte wiederum UWG-Stadtrat Friedrich Rechberger. Man habe schon über das Hotel geredet, als viele der Gemeinderäte noch gar nicht auf der Welt gewesen seien, so dieser. Schon damals sei klar gewesen, dass es ein Hotel nur mit einem Steg über die Ybbs geben werde.

WVP weist Aufforderung zum Rücktritt zurück 

Im Zentrum der WVP-Kritik stand neben der SPÖ auch FUFU Mandatar Martin Dowalil, der vor einigen Wochen in einem NÖN-Interview den Rücktritt von Bürgermeister Wolfgang Mair wegen der Steg-Misere gefordert hatte. WVP-Stadtrat Mario Wührer geriet darüber so sehr in Rage, dass er in Richtung Dowalil meinte: „Von Wiener Neustadt raufkommen und blöd reden – eine größere Frechheit gibt es nicht.“

„Über einen Rücktritt sollen die Wähler entscheiden und nicht ein einzelner hier herinnen“, schmetterte Bürgermeister Wolfgang Mair Dowalils Rücktrittsaufforderung ab. „Wir sollten das Problem nun gemeinsam lösen und keine Beschuldigungen machen.“

Schließlich glätteten sich die Wogen im Waidhofner Rathaus wieder. „Wir alle wollen einen neuen Steg“, so Bürgermeister Wolfgang Mair. „Ich hoffe, dass dabei alle an einem Strang ziehen.“ Zumindest in diesem Punkt herrschte letztendlich Einigkeit.

ZITIERT

„Man wollte das Problem totschweigen.“ Erich Leonhartsberger, SPÖ

„Die SPÖ hat nie in die Zukunft geschaut.“ Franz Sommer, WVP

„Es gibt hier eine politische Verantwortung. Wenn ich aber damals nicht mitgestimmt habe, so fühle ich mich auch nicht verantwortlich.“ Alfred Beyer, SPÖ

„Die WVP hat dieses Desaster zu verantworten. Liebe WVP, der Steg gehört euch.“ Martin Dowalil, Liste FUFU

„Von Wiener Neustadt raufkommen und blöd reden – eine größere Frechheit gibt es nicht.“ Mario Wührer, WVP

„Wir sind reingelegt worden. Ich habe immer geglaubt, dass der Generalbesorger für alles verantwortlich ist.“