Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 28. März 2018, 05:00

von Andreas Kössl

Hoher Markt: Kampf den Leerständen. Mit Mietzuschuss, Fassadenaktion, Aufhebung der Stellplatzausgleichsabgabe, Förderung für Nutzungskonzepte, Standort-Exposé und „Stadtprojekt neu“ zur Belebung.

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Die Belebung des Hohen Marktes hat sich die Stadt Waidhofen zur Aufgabe gemacht. So wurden Mitte vergangenen Jahres eine Studie über die Potenziale des Stadtteils vorgelegt und ein Maßnahmenplan verabschiedet.

Flohmarkt, Schmankerlfrühstück und Oktoberfest...

Es folgten sogenannte „Improtreffs“, bei denen die Bevölkerung ihre Ideen einbringen konnte, sowie eine Reihe von Veranstaltungen, die dem Stadtteil Leben einhauchen sollten. Ein Schmankerlfrühstück gab es da ebenso wie einen Flohmarkt, ein Oktoberfest oder eine Einkaufsnacht. Im Advent wurde eine Kripperlschau installiert. Noch immer bespielen Waidhofner Vereine und Künstler leer stehende Flächen.

Diese sind am Hohen Markt seit dem Vorjahr jedoch nicht weniger, sondern mehr geworden. Zuletzt hat nun auch das Modegeschäft Cecil dicht gemacht. Doch es gibt auch Positives zu vermelden: Die Firma Gildex hat sich im ehemaligen Modegeschäft C&A angesiedelt und das Hollensteiner Gut Hohenlehen wird ab Mai in die ehemalige Fleischhauerei Pöchhacker einziehen.

Die Belebung des Hohen Marktes steht auf der Agenda der Stadt auch 2018 ganz oben. „Ich bin überzeugt vom besonderen Charme dieses Quartiers“, sagt Bürgermeister Werner Krammer (WVP).

Bereits im Vorjahr hat die Stadt einen Mietzuschuss mit eigenen Konditionen für den Hohen Markt beschlossen. In der nächsten Gemeinderatssitzung sollen nun eine Fassadenaktion – im Zuge derer Liegenschaftsbesitzer, die ihre Fassade erneuern, einen Zuschuss von einem Sechstel der Baukosten bekommen – sowie die Aufhebung der sogenannten Stellplatzausgleichsabgabe abgesegnet werden.

"Stadtprojekt neu" in Fertigstellung

Letztere war bislang bei der Adaptierung von Immobilien für Wohnungen oder Betriebe zu entrichten, wenn die vorgeschriebenen Pkw-Stellplätze nicht errichtet werden konnten. Wenn dies künftig der Fall ist, soll diese Abgabe in der Innenstadt und den angrenzenden Straßenzügen entfallen.

In Fertigstellung befindet sich das „Stadtprojekt neu“ von Architekt Ernst Beneder. Darin werden der Hohe Markt und seine nähere Umgebung neben der Achse Citybahn und der Zell einen Schwerpunkt bilden. Im Juni soll es öffentlich präsentiert werden.

Gerade im Fertigwerden ist auch ein Standort-Exposé, welches festhält, was die Innenstadt von Waidhofen zu bieten hat. Mit diesem Exposé soll dann aktiv akquiriert werden. „Damit wollen wir ganz bewusst eine Offensive starten“, sagt der Stadtchef. Außerdem werden gerade Förderrichtlinien erarbeitet, um Besitzer von Leitimmobilien, die es erst zu definieren gilt, bei der Erstellung eines Nutzungskonzepts für ihr Gebäude zu unterstützen.

Kein Quartiersmanager mehr für Hohen Markt

Politisch umstritten war im Frühjahr 2017 die Beauftragung des ehemaligen WVP-Wirtschaftsstadtrats Kurt Hraby als Quartiersmanager für den Hohen Markt. Mittlerweile ist der Vertrag ausgelaufen, eine Verlängerung wird es nicht geben. „Diese Aufgaben wurden von einem Team übernommen, in dem Wirtschaftsstadtrat Peter Engelbrechtsmüller, Johann Stixenberger als Vertreter des Stadtmarketings und Christoph Kalteis seitens des Magistrats vertreten sind“, sagt der Bürgermeister. Hraby ist aber weiterhin mit der Erhebung der Leerflächen betraut.

Zu beleben versucht man den Hohen Markt auch 2018, indem man hier diverse Veranstaltungen in Kooperation mit dem Stadtmarketing oder dem Kulturamt sowie mit Schulen und Vereinen über die Bühne gehen lässt. So lockte am Samstag der Ostermarkt Publikum auf den Hohen Markt (siehe Seite 79). Weiter geht es am 14. April mit dem „Gesunden Hohen Markt“, bei dem sich die „Gesunde Gemeinde“ mit Vereinen, Institutionen und Freiwilligen am Hohen Markt präsentieren wird.

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