Josef Hörndler: „Bildung auf Zukunft ausrichten“. Mostviertel-Schulaufsicht treibt Änderungen im Schulbetrieb voran und fordert völlige Neuausrichtung des Unterrichts.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 16. August 2018 (05:00)
Bildungsmanager Josef Hörndler unterstützt Veränderungenim Schulsystem.Lugmayr
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Das neue Schuljahr 2018/19 ist in der Bildungsregion Mostviertel auf Schiene. Bildungsmanager Josef Hörndler fordert, den Blick nun mehr auf die Pädagogik zu richten.

„Einige Punkte der Bildungsreform wie Clusterbildung sowie die Schaffung und die neue Ausrichtung der Außenstellen der Bildungsdirektion befassen sich vorrangig mit Struktur- und Machtfragen. Es fehlt aber ein pädagogisches Gesamtkonzept“, sagt Hörndler.

„Selbsttätigkeit, Eigenverantwortung und Kreativität sind Voraussetzungen, um Leben, Alltag und Beruf zu meistern.“Bildungsmanager Josef Hörndler

Die Schulinspektoren im Mostviertel versuchen, die Schulen bei einem neuen Zugang zum Lernen und zu neuen Lernstrukturen zu unterstützen. „Die Schaffung neuer Lern- und Zeitstrukturen, die Einrichtung von Lernlandschaften, Lernarenas und kindgerechten Nachmittagsräumen sind zeitgemäße Antworten auf neue Herausforderungen“, sagt Hörndler.

Eine vorrangige Orientierung auf die Schwächen der Kinder und die Behebung dieser Schwächen seien sekundär. Primär sollen die Jugendlichen an ihren Stärken feilen und diese gezielt ausbauen. „Auswendiggelerntes wird schnell vergessen. Selbsttätigkeit, Eigenverantwortung, offenes Denken und Kreativität sind für die Menschen von morgen Voraussetzung, um das Leben, den Alltag und den Beruf zu meistern“, ist Hörndler überzeugt.

„Wir stehen vor großen Veränderungen durch Klimaerwärmung, Globalisierung und Digitalisierung. Schule hat nicht die Aufgabe, die Kinder auf die jetzige Arbeits- und Wirtschaftswelt vorzubereiten – diese werden sich stark ändern."

Im Mostviertel haben sich bereits eine Reihe von Schulen auf diesen Weg gemacht und neue Lern- und Unterrichtsansätze erarbeitet. „Dies kommt deutlich in den Schulqualitätsentwicklungsplänen zum Ausdruck“, sagt der Bildungsmanager.

Hörndler gibt in seinem jüngst erschienenen Buch mit dem Titel „Es geht um das Ganze“ pädagogische Antworten darauf, wie die Schüler verstärkt am Lernen, an der Sinnfrage und an der Welt beteiligt werden können. Er wird deshalb immer öfter auch als Vortragender und Seminarreferent von Schulen und Regionen aus ganz Österreich angefordert.

„Wir stehen vor großen Veränderungen durch Klimaerwärmung, Globalisierung und Digitalisierung. Schule hat nicht die Aufgabe, die Kinder auf die jetzige Arbeits- und Wirtschaftswelt vorzubereiten – diese werden sich stark ändern. Die Schule hat die Aufgabe, Kinder dazu zu befähigen, dass sie die Arbeits-, Gesellschaftswelt, ihre Mitwelt und Umwelt selber zukunftsfähig nachhaltig gestalten können“, sagt Hörndler.

Er ist überzeugt, dass die nächste Generation vieles neu zu denken hat. Das müsse in ein Bildungskonzept eingearbeitet werden.