Kahlschlag im Patertal sorgt für Aufregung. Bislang dienten Bäume im Patertal den Anrainern der Pfarrerbodensiedlung als Sicht- und Lärmschutz. Dass diese nun ohne zu informieren abgeholzt wurden, sorgt für Ärger. Von Christa Hochpöchler

Erstellt am 01. März 2017 (03:00)
Herbert und Mario Abfalter sowie Engelbert und Sabine Reiter (v.l.) vor dem abgeholzten Abhang, wo vor Kurzem noch ein dichter Wald stand.
Christa Hochpöchler

Vergangenen Samstagmorgen in der Pfarrerbodensiedlung: Die Bewohner von rund 14 Häusern einer ruhigen Straße blicken auf ein kleines Stück Wald Richtung Patertal. Auf den Bäumen singen die Vögel und mit etwas Glück kann man sogar ein paar Rehe entdecken. Samstagabend, selber Schauplatz: Ein Kahlschlag hat stattgefunden. Die Bewohner blicken auf das Bahnhofsareal, Verkehrslärm stört die Idylle.

"Risse in der Straße"

„Man hat mit den Abholzungsarbeiten begonnen, ohne uns vorher zu informieren“, ärgert sich Anrainer Herbert Abfalter. „Jetzt haben wir einen kompletten Kahlschlag! Dabei hätte es doch genügt, wenn nur die großen Bäume geschlagen worden wären.“ Abfalter verweist auf den komplett abgeholzten Abhang. „Die Forstarbeiten fanden am Samstag statt, die Straße war den ganzen Tag nicht befahrbar.“ Dabei würden in der betroffenen Straße viele ältere Menschen wohnen, die von „Essen auf Rädern“ oder der Caritas versorgt würden, merkt Abfalter an.

„Man sieht nun in der Straße Risse, die waren vorher ganz sicher nicht da“, sagt Anrainerin Sabine Reiter. Wie auch die anderen Anrainer versteht sie den Grund für die Abholzung nicht. „Die Bäume stabilisieren den Hang, darunter ist Konglomerat. Durch den Kahlschlag ist die Gefahr einer Hangrutschung gegeben.“

Christa Hochpöchler

"Hoffen Stück Wald retten zu können"

Der bewaldete Abhang sei mittlerweile zu einem Lebensraum geworden, sagt Anrainer Mario Abfalter. „Wir Bewohner haben die Bewaldung sehr geschätzt. Noch ist man mit der Abholzung nicht fertig, wir hoffen, noch ein Stück Wald retten zu können.“

Noch am Samstag versuchten die Anrainer, am Magistrat nachzufragen, ob die Abholzung legal sei, doch da Wochenende war, konnte man dort niemanden erreichen. Alles rechtens, lautete die Auskunft dann am Montag.

Das wurde auch auf Nachfrage der NÖN bestätigt. Da es sich um einen Privatgrund handle, sei die Abholzung Privatsache und damit aus forstrechtlicher Sicht in Ordnung, heißt es aus dem Magistrat. Es bedürfe keiner Bewilligung.

Besitzer möchte keine Stellungnahme abgeben

Ein Versuch der Anrainer, noch am Wochenende mit dem Grundstücksbesitzer Ewald Leichtfried, Seniorchef des gleichnamigen Dachdeckerei- und Spenglereibetriebs unterhalb des Waldstücks, zu sprechen, scheiterte. Der Besitzer sei zu keinem Gespräch bereit gewesen, so die Anrainer. Auch gegenüber der NÖN wollte Leichtfried keine Stellungnahme abgeben.

Auch wenn die Abholzung rechtens sei, so wundert sich Herbert Abfalter doch, wie es sein darf, dass zur Verladung der Bäume die Leitschiene einfach so entfernt werden kann. „Über diese Böschung geht es steil hinunter, jetzt ist da nichts mehr, das einen auffängt. Da geht es um die Sicherheit, schließlich spielen hier Kinder.“

Christa Hochpöchler