Kammerorchester begeisterte bei Sommerkonzert. Mit Daniel Mucks „Bran – Schloss Dracula“ bot das Kammerorchester eine österreichische Erstaufführung. Stefan Neubauer begeisterte in Mozarts Klarinettenkonzert.

Erstellt am 27. Juni 2018 (02:00)

Eine österreichische Erstaufführung hatte Orchesterleiter Wolfgang Sobotka beim Sommerkonzert des Kammerorchesters auf das Programm gesetzt. Das Stück „Bran – Schloss Dracula“ des kaum dreißigjährigen aufstrebenden Weinviertler Komponisten Daniel Muck stieß dabei gleich zu Beginn auf ungehemmte Begeisterung des Publikums am Sonntagvormittag in Waidhofen – genauso wie abends zuvor in Maria Dreieichen und am Sonntagabend im Kolomanisaal Melk.

Für Mozarts forderndes Klarinettenkonzert in A-Dur, KV 622 hatte man Stefan Neubauer, den Lehrbeauftragten für Klarinette an der Wiener Musikuniversität und frequenten Klarinettisten bei den Wiener Philharmonikern, gewinnen können. Grandios, wie er die Klippen des Werkes virtuos meisterte. Der Applaus für ihn wollte erst gar nicht enden.

Im zweiten Teil des Konzertes forderte Dirigent Sobotka von seinen Musikern alles: Tschaikowskis Sinfonie Nr. 5., von Kritikern als die bedeutendste musikalische Erscheinung ihrer Zeit bezeichnet, wurde in ihren kantablen Hornsoli und dem donnernd einsetzenden Schicksalsmotiv ein Erlebnis besonderer Größe. Dass diese Pracht die Zuhörer von den Sesseln riss, wundert nicht. Ein Kammerorchester wie dieses in der Region zu wissen, adelt die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus.