Kampfansage an Wackelsteine in Stadt. Sukzessive Sanierung des Waidhofner Innenstadtpflasters steht bevor. Gegner Piaty meldet sich zu Wort.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 29. September 2014 (11:45)
NOEN, Kössl
Immer wieder lösen sich einzelne Pflastersteine aus dem Verbund. Nun steht eine umfassende Sanierung an. Begonnen wird damit bei der Stadteinfahrt bei der Sparkasse.

Im Zuge der Neugestaltung der Waidhofner Innenstadt im Jahr 2000 wurde auch die Pflasterung der Innenstadt beschlossen. Dafür gab es den renommierten Otto-Wagner-Städtebaupreis für die Stadt.

Umfassende Sanierung des Innenstadtpflasters

Wer in den letzten Jahren jedoch mit dem Auto oder dem Fahrrad durch die Stadt rollte, der musste feststellen, dass es unter den Rädern in regelmäßigen Abständen „plopp“ machte, da sich einzelne Pflastersteine immer wieder aus der Splittbettung gelöst hatten. Regelmäßige Wartungsarbeiten in den frühen Morgenstunden standen an der Tagesordnung.

Nun sagt die Stadt Waidhofen den Wackelsteinen den Kampf an. Eine umfassende Sanierung des Waidhofner Innenstadtpflasters steht bevor. Dazu wurde vom städtischen Bauamt ein Prioritätenkatalog erstellt, der die Stadt in 17 Abschnitte einteilt und die jeweilige Sanierungsnotwendigkeit des dortigen Pflasters festhält. Auf Basis dessen wurde nun ein Sanierungsplan erstellt.

Oberste Priorität hat demnach der Engstellenbereich bei der Sparkasse am Unteren Stadtplatz. Hier werden die Arbeiten starten und sollen noch im Oktober abgeschlossen werden. Ein Beschluss über die Sanierung des Pflasters in diesem Bereich um rund 20.000 Euro stand am Montag (nach Redaktionsschlusses) auf der Tagesordnung des Waidhofner Gemeinderates.

Lose Steine werden fest eingebettet

Die Pflastersanierung sei im mittelfristigen Finanzplan vorgesehen, so Finanzstadtrat Werner Krammer. Da man einige Bauprojekte auf das nächste Jahr verschieben habe müssen, seien nun Mittel frei geworden, die nun dafür aufgewendet würden.

„Bei den Sanierungsschritten wird in Abstimmung mit der Kaufmannschaft darauf geachtet, dass die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten werden“, sagt Bauamtsdirektor Alfred Fangmeyer. Im Zuge der anstehenden Sanierungsmaßnahmen sollen die Pflastersteine, die bisher lose in Splitt gebettet waren, durch eine starre Splittbettung ersetzt werden. „Diese Methode hat sich schon bei der Fahrbahnsanierung im Bereich des Alten Rathauses im Jahr 2011 bewährt“, sagt Krammer.

Bäckermeister Karl Piaty kritisiert „Pflasterdilemma“

Einer, der die Innenstadtpflasterung seit jeher heftig kritisiert, ist der Waidhofner Bäckermeister Karl Piaty. Der Grund für die Ablehnung: Die geschnittenen Pflastersteine, sogenannte „Wiener Würfel“, würden dem Verkehr in der Innenstadt auf Dauer nicht standhalten – schon gar keine 99 Jahre, wie damals von den Stadtverantwortlichen behauptet worden war.

„Nun kann es jeder Waidhofner selbst beobachten. Das Pflaster im Fahrbahnbereich ist am Ende“, sieht sich Piaty bestätigt und fragt: „Wer zahlt nun diese umfangreiche Pflastersanierung?“ Die Schuldigen des „Pflasterdilemmas“ müssten genannt werden.