Krammer kandidiert für den Landtag. Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer (48) kämpft um ÖVP-Landesmandat. Vorzugsstimmen werden entscheiden.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 06. September 2017 (05:00)
Kössl
Bei der Gemeinderatswahl im Jänner konnte Werner Krammer einen beeindruckenden Wahlsieg einfahren. Nun will Waidhofens Stadtchef auch in den Landtag.

Mit 60,2 Prozent der Stimmen konnte die Waidhofner Volkspartei unter Bürgermeister Werner Krammer bei der Gemeinderatswahl im Jänner einen fulminanten Erfolg einfahren. Gestärkt durch diesen Wählerzuspruch wird Waidhofens Stadtchef nun kommendes Jahr auch für die ÖVP für den Niederösterreichischen Landtag kandidieren.

„Für Waidhofen kann eine Stimme im Land nur von Vorteil sein“

„Als man damit an mich herangetreten ist, habe ich mir das reiflich überlegt und schließlich zugesagt“, sagt Krammer. „Für Waidhofen kann eine Stimme im Land nur von Vorteil sein“, führt der Stadtchef seine Beweggründe für diese Entscheidung aus. „Es geht aber nicht nur um die Stadt Waidhofen, sondern um die ganze Region. Diese muss stets mitgedacht werden, Waidhofen hat schließlich eine zentrale Funktion für das gesamte Ybbstal.“

Listenplatz noch offen

Als Sprecher der Kleinregion Ybbstal-Eisenstraße möchte Krammer Sprachrohr für das gesamte Ybbstal sein. „Neben Amstetten, Haag und St. Valentin ist Waidhofen eines der vier Zentren im Bezirk Amstetten. Alle drei anderen Zentren liegen an den Hauptverkehrsadern Westautobahn und Westbahn. Wir im Hinterland haben es in Sachen Arbeitsplätze und Betriebsgründungen viel schwerer. Deshalb gilt es, unsere Qualitäten, die etwa in den Themenbereichen Gesundheit und Lebensqualität liegen könnten, herauszuarbeiten und mit den anderen abzustimmen, damit hier Doppelgleisigkeiten im Bezirk vermieden werden. Es darf nicht sein, dass sich Gemeinden gegenseitig kannibalisieren – wie es bei der Abwanderung der Firma Knorr-Bremse aus Waidhofen nach Kematen passiert ist“, meint Krammer.

Der Waidhofner Stadtchef wird bei der Landtagswahl 2018 auf der Bezirksliste der ÖVP ins Rennen gehen. Auf welchem Listenplatz ist derzeit aber noch offen. Fix ist lediglich, dass die Öhlinger Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer (Wirtschaftsbund) vor dem Allhartsberger Ortschef Anton Kasser (Bauernbund) die ÖVP-Liste anführen wird. Wer letztlich in den Landtag einzieht, wird über die Vorzugsstimmen entschieden. Bei der Landtagswahl 2013 war Hinterholzer klar die Nummer eins vor Kasser, der sich gegen den St. Valentiner Andreas Pum durchsetzte.

Bürgermeisteramt und Landtagssitz vereinbar

Krammer wird für den ÖAAB antreten. „Bei der Landtagswahl werden aber nicht Bünde gewählt, sondern Persönlichkeiten“, ist er überzeugt. „Dabei haben wir im Bezirk ein gutes und breites Angebot.“

Leicht wird es für Krammer nicht werden, rittern dem Vernehmen nach neben Hinterholzer und Kasser doch auch die Bürgermeister von Haag und Ferschnitz, Lukas Michlmayr und Michael Hülmbauer, sowie Bundesrat Andreas Pum um einen Sitz im Landtag. Sollte es mit dem Einzug klappen, möchte Krammer dennoch Bürgermeister von Waidhofen bleiben. „Das ist nicht unvereinbar. Zwei Drittel aller Landtagsabgeordneten sind auch Bürgermeister.“