Nach der Klimademo ins Parlament. Am 7. September finden der nächste Klimaprotest und zum ersten Mal ein Klimaparlament statt.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 05. September 2019 (12:46)
Lisa Hofbauer
Der nächste Waidhofner Klimaprotest findet am Samstag, 7. September, statt. Direkt im Anschluss wird zum ersten Klimaparlament geladen. Hofbauer

„In der nächsten Regierung muss Klimapolitik ganz oben auf der Agenda stehen“, sagt Georg Wagner, Organisationsmitglied der Klimaproteste in Waidhofen. Aus diesem Grund will man bei der nächsten Demo am Samstag, 7. September, der zentralen Forderung nach einer glaubhaften, gesamtösterreichischen Klimastrategie noch einmal verstärkt Nachdruck verleihen.

„Wenn nicht sehr bald die Hebel richtig gestellt werden, läuft uns die Zeit davon“, sagt Wagner. Und Franz Kößl ergänzt: „Die Ereignisse der letzten Wochen wie die riesigen Brände in Brasilien zeigen uns ganz drastisch, wie bedroht unser Planet und wie notwendig sofortiges Handeln ist.“

Ein Thema, das am kommenden Samstag ebenfalls in den Fokus rücken soll, ist die CO -Kontingentierung. „Weltweit haben wir ein Kontingent von 3.200 Gigatonnen CO , wenn wir das Pariser Klimaziel erreichen wollen“, erklärt Hermann Wagner. „Das Problem: Davon sind schon 2.200 Gigatonnen verbraucht. Mit den restlichen 1.000 Gigatonnen müssen wir jetzt auskommen, wobei auf Österreich nur ein Promille, also eine Gigatonne, entfällt. Wenn man die Treibhausgasemissionen nicht senkt, ist diese Gigatonne 2030 verbraucht.“

Zudem will man zeigen, dass ein nachhaltiger Lebensstil nicht zwingend schmerzhaften Verzicht bedeutet: „Maßnahmen zum Klimaschutz können wesentlich dazu beitragen, das Leben schöner, sicherer, gesünder und sinnvoller zu machen“, sagt Raphael Kößl.

Das würde gerade für Menschen mit geringem Einkommen eine große Chance zur Verbesserung ihrer Lebensqualität bedeuten, meint Kößl. „Gerade diese wohnen öfter an vielbefahrenen Straßen, in stark versiegelten Gegenden oder in schlecht isolierten Wohnungen, weswegen sie stärker unter der Hitze leiden. Vom Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes würden sie besonders profitieren, weil sie sich so die Kosten für den Privat-Pkw ersparen können.“

Klimaparlament im Anschluss an die Demo

Direkt nach den Protesten findet im Rathaussitzungssaal in Waidhofen zum ersten Mal ein Klimaparlament statt. Bei diesem werden Vertreter jener Parteien, die bundesweit zur Nationalratswahl Ende September antreten, mit den Forderungen der Waidhofner Klimaaktivisten konfrontiert.

Danach hat das Publikum die Gelegenheit, sich selbst mit seinen Fragen an die politischen Vertreter zu richten. Andreas Hanger (ÖVP), Muna Duzdar (SPÖ), Michael Bernhard (NEOS), Elisabeth Götze (Grüne) und Reinhard Teufel (FPÖ) haben ihr Kommen bereits zugesagt. Auch die Listen JETZT, WANDEL und die KPÖ wurden eingeladen, Zusagen sind jedoch noch ausständig.