Rettungswesen: Qualität bleibt erhalten. Alles beim Alten nach Neuvergabe der NÖ Notarztversorgung. Notärzte für Rotkreuzbezirksstellen Waidhofen und Amstetten kommen weiterhin vom Landesklinikum.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 14. Dezember 2016 (05:00)
VP-AM
ÖVP-Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger (2.v.r.) mit Notarzt Klaus Katzensteiner, Rotkreuzgeschäftsführer Wolfgang Frühwirt und Notfallsanitäter Thomas Frühwirt in der Dienststelle Waidhofen.

Die notärztliche Versorgung in Niederösterreich ist auch nach dem 1. Jänner 2017 in der gleichen Qualität wie bisher gesichert. Das gab Landeshauptmannstellvertreterin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gemeinsam mit den Landesräten Karl Wilfing (ÖVP) und Maurice Androsch (SPÖ) am Mittwoch der Vorwoche in einer Pressekonferenz in St. Pölten bekannt. (Siehe dazu auch die Landeszeitung auf den Seiten 2/3.)

Alle 32 Notarztstützpunkte bleiben erhalten

Da der bestehende Notärztevertrag Ende des Jahres ausläuft, wurde die NÖ Notarztversorgung im Frühjahr europaweit neu ausgeschrieben. Dass in der Ausschreibung bei derzeit 32 Notarztstützpunkten lediglich eine Mindestanzahl von 22 Stützpunkten gefordert wurde, sorgte in manchen Regionen für eine gewisse Verunsicherung darüber, ob mit dieser Neuvergabe des Versorgungsauftrags nicht auch Stützpunktschließungen verbunden seien.

Seit der Vorwoche steht aber fest: Alle 32 Notarztstützpunkte bleiben in Zukunft erhalten. Sie werden auch weiterhin vom Roten Kreuz und dem Arbeiter-Samariterbund (ASBÖ) als Subunternehmer geführt.

SPÖ
Zufrieden mit der Lösung sind auch SPÖ-Landesrat Maurice Androsch und SPÖ-Landtagsabgeordneter Helmut Schagerl (v.l.).

Die Vereinbarung gilt für die nächsten fünf Jahre. Neu ist, dass an 17 Standorten in Niederösterreich die Notärzte künftig nicht mehr von den Landeskliniken, sondern von den Rettungsorganisationen gestellt werden müssen. Dafür steuert das Land statt bisher 13 Millionen Euro im Jahr nun 17,8 Millionen Euro für den Rettungsdienst bei.

An den Notarztstützpunkten Waidhofen und Amstetten werden die Notärzte nach wie vor von den Landeskliniken zur Verfügung gestellt. Hier ändert sich nichts – anders als im nahe gelegenen Scheibbs, wo sich das Rote Kreuz künftig selbst um die Versorgung mit Notärzten kümmern muss. Auf der Dienststelle Waidhofen kann man derzeit auf zwischen acht und zehn Notärzte zurückgreifen.

„Wir sind froh, dass wir vom Land NÖ wieder mit dieser Dienstleistung beauftragt wurden und freuen uns über das Vertrauen“, sagt Amstettens Rotkreuzbezirkskommandant Wolfgang Frühwirt, der auch Geschäftsführer der Rotkreuzbezirksstelle Waidhofen ist. „Das Rote Kreuz kümmert sich nun schon seit 26 Jahren um die Notarztdienste. In dieser Zeit haben wir bewiesen, dass wir das dafür notwendige Know-how haben und das können.“

Anfahrtswege von maximal 20 Minuten

Die Qualität der notärztlichen Versorgung sei somit auch in der Region weiterhin gegeben, hält Frühwirt fest. Damit ist – wie in der Ausschreibung verlangt – jederzeit gewährleistet, dass von den Notarztstützpunkten Amstetten, Scheibbs und Waidhofen 95 Prozent der Bevölkerung innerhalb einer Anfahrtszeit von 20 Minuten vom Roten Kreuz erreicht werden können.

„Für den Bezirk Waidhofen bedeutet diese Einigung ganz konkret, dass die Stützpunkte in Waidhofen und Amstetten aufgrund der Zusicherung der Einsatzorganisationen auch in Zukunft erhalten bleiben“, freut sich ÖVP-Nationalratsabgeordneter Anderas Hanger, der gleichzeitig Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Waidhofen ist. „Dank des Einsatzes von Landeshauptmann-Stellvertreterin Mikl-Leitner konnte dieses erfreuliche Ergebnis für unsere Bürger erzielt werden.“

„Die enge Einbeziehung der Experten aus den anbietenden Rettungsorganisationen war ein zukunftsträchtiger Schritt. Dadurch konnte gewährleistet werden, dass auch künftig das Notarztpersonal an den Stützpunkten vorhanden ist“, zeigt sich auch SPÖ-Landtagsabgeordneter Helmut Schagerl zufrieden.

„Danke den Einsatzorganisationen sowie den vielen Freiwilligen und Hauptamtlichen, die tagtäglich viele Stunden für die Aufrechterhaltung unserer Gesundheit leisten. Und nicht zuletzt ein großer Dank an Landesrat Androsch, der sich sehr dafür eingesetzt hat, die gewachsenen und funktionierenden Strukturen der Notarztstützpunkte zu erhalten.“