Sportsgeist: Freund des kühlen Nasses. Der 74-jährige Fritz Haselsteiner ist seit seiner Pensionierung beinahe täglich im Parkbad in Waidhofen anzutreffen, um sich dort mit Schwimmen fit zu halten.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 25. Juni 2017 (04:39)
Doris Schleifer-Höderl
Fritz Haselsteiners zweite Heimat ist das Parkbad Waidhofen. Seit seiner Kindheit ist er dort regelmäßig anzutreffen.

Von Mai bis September ist Fritz Haselsteiner fast jeden Vormittag im Parkbad seiner Heimatstadt Waidhofen anzutreffen. Aber nicht zum Baden, wie man annehmen könnte, sondern zum Schwimmen. In einer Zeit von etwa 35 Minuten legt der pensionierte Pädagoge, der Deutsch, Geschichte und Staatsbürgerkunde an der HTL Waidhofen unterrichtete, 60 Längen bzw. 1.500 Meter Kraulen am Stück im Sportbecken zurück. „Bis zu 100 Mal in der Saison bin ich da im Einsatz“, berichtete der 74-Jährige.

Fritz Haselsteiner zählt zu den Stammgästen des Waidhofner Parkbads und hat hier bereits als kleiner Bub das Schwimmen erlernt. „Ich schätze, ich bin schon seit 70 Jahren hier, weil es mir so eine große Freude bereitet, mich fit zu halten. Von meiner Jugend an ist das Parkbad meine zweite Heimat.“

„Mein Ansporn war die Wasserballmannschaft“

In den 1950er-Jahren boomte die Sportbegeisterung in Waidhofen, die Sportvereinssektionen schossen förmlich aus dem Boden. „Für mich war vor allem unsere Wasserballmannschaft – übrigens die beste Österreichs ohne eigenes Hallenbad – ein Ansporn. Ich gehörte ihr von meinem 14. bis 18. Lebensjahr an.“ Zudem war der Zehn-Meter-Turm ausschlaggebend dafür, dass die österreichische Wasserspringerelite jeden Sommer im Waidhofner Parkbad trainierte. Auch hier war Fritz Haselsteiner als Zuschauer gerne mit dabei.

Die Faszination für das kühle Nass ist Haselsteiner bis heute geblieben. „Wasser ist eindeutig mein Element. Im Parkbad ist Schwimmen vor allem möglich, weil am Vormittag nicht allzu viele Leute da sind und man immer eine Bahn bekommt“, so Haselsteiner. „Außerdem ist das Bad in einem hervorragenden Zustand. Bademeister Arnold Wagner und sein Team sorgen für ein gepflegtes und sauberes Ambiente in allen Belangen.“ Das Parkbad ist für Fritz Haselsteiner aber auch ein Treffpunkt. „So habe ich vor Jahren im Bad meinen Jugendfreund Helmuth Machard wieder getroffen. Wir waren damals gemeinsam in der Wasserballmannschaft und haben uns jahrzehntelang nicht gesehen, erst im Parkbad, als wir unsere Bahnen geschwommen sind. Seither schwimmen wir oft nebeneinander und haben uns dadurch wieder angefreundet.“

Freude bereitet es Fritz Haselsteiner, dass das sportliche Schwimmen wieder mehr Bedeutung erlangt. „2013 wurde etwa das Projekt ‚woman goes tri‘ gegründet. Diese Bewegung boomt und es ist eine Freude zu sehen, wie gut dies angenommen wird. Auch bei den Schulklassen erkennt man wieder einen Aufwind in puncto Schwimmen“, so Haselsteiner. „Für mich persönlich ist das tägliche Schwimmtraining ein fixer Bestandteil meines Lebens und wird es auch bleiben.“