280 bei „Spaziergang gegen die Corona-Diktatur“. Protest gegen Corona-Maßnahmen in Waidhofen verlief ohne Zwischenfälle

Von Andreas Kössl. Update am 12. Januar 2021 (11:38)

Rund 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich am Samstagnachmittag zu einem „Spaziergang“ durch Waidhofen ein, um derart ein Zeichen gegen die Coronamaßnahmen der Bundesregierung zu setzen. Angemeldet war der Protestzug nicht, die Organisatoren blieben bis zuletzt unbekannt.

Großaufgebot der Polizei warf ein Auge auf den Zug

Als „Waidhofen geht spazieren“ oder „Spaziergang gegen die Corona-Diktatur“ machte die Protestveranstaltung zuvor in den sozialen Medien die Runde und sorgte für rege Diskussionen, die teilweise auch verbal eskalierten.

Auch der für das Verbreiten rechtsextremer Verschwörungstheorien bekannte „Querdenker“ Martin Rutter, der einst von den Kärntner Grünen zum Team Stronach stieß, für dieses dann in den Kärntner Landtag einzog und 2019 bei der Nationalratswahl für das BZÖ kandidierte, warb für die Protestveranstaltung. Dadurch war auch die Behörde alarmiert.

In Abstimmung mit dem Magistrat warf ein Großaufgebot der Polizei ein Auge auf den Protestzug, regelte den Verkehr und achtete darauf, dass die Coronaregeln eingehalten wurden.

Vom Kinoparkplatz setzte sich der Protestzug kurz nach 15 Uhr über die Pocksteiner Straße und den Graben zum Eberhardplatz in Bewegung, zog dann über den Unteren Stadtplatz und den Freisingerberg auf den Oberen Stadtplatz und bewegte sich weiter durch das Ybbstor und den Graben rauf zum Gymnasium. Dort verabschiedeten sich bereits die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Eine zweite Runde führte den Tross dann abermals über den Eberhardplatz in die Innenstadt und weiter bis vor das Waidhofner Rathaus. Dort wurden dann – als „Zeichen für Frieden und Freiheit“ – Kerzen angezündet und eine Forderungsliste abgelegt. Meinungsfreiheit, „Maskenfreiheit“ und Wahrheit wurden da rauf ebenso eingefordert wie „Entscheidungsfreiheit bei Tests und Impfungen“. Man wolle zurück zur gewohnten Normalität. Nach einer Stunde löste sich der Protestzug auf.

Verstoß gegen Covid-Regeln: 15 Anzeigen

Schilder mit Botschaften waren bei der Protestveranstaltung nur ganz vereinzelt zu sehen. „Selbstbestimmung statt Manipulation“ war etwa auf einem zu lesen, „Aufklärung statt Angstpropaganda“ und „Demokratie statt Coronadiktatur“ prangten auf zwei weiteren. Nur kurz wurde vereinzelt „Friede, Freiheit, keine Diktatur“ skandiert. Ansonsten verlief der Protest sehr ruhig.

Die Polizei hielt den Tross mehrmals an, um die Einhaltung von einem Meter Abstand unter den Teilnehmern und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einzufordern.

Gegen 15 Teilnehmer, die dem auch nach mehrfacher Aufforderung nicht nachkamen, wurde Anzeige erstattet. Eine Anzeige gab es wegen eines Verstoßes gegen das Vermummungsverbot. Ansonsten gab es keine Zwischenfälle, der Protest verlief friedlich.

Unter den Teilnehmern befanden sich neben Bürgern aus Waidhofen und dem Ybbstal auch Personen, die schon an mehreren derartigen Protestzügen teilgenommen hatten – das war in Gesprächen zu vernehmen. Seitens der Politik beteiligten sich der Waidhofner FPÖ-Gemeinderat Dieter Bures und UBV-Bauernkammerrat Hubert Buchinger an dem Protestzug.

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