AMS-Statistik: Corona-Geld wird genutzt. Fokus liegt in Waidhofen/Ybbs auf Qualifizierung, um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern.

Von Andreas Kössl. Update am 14. Oktober 2020 (09:04)
Derzeit sei man bei der Arbeitslosigkeit im Ybbstal noch gut unterwegs, sagt AMS-Chefin Anita Prüller.
NÖN

Ende September waren am AMS Waidhofen 426 Personen, 188 Frauen und 238 Männer, als arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 71 Personen mehr als im September des Vorjahres und bedeutet eine Steigerung der Arbeitslosigkeit um 20 Prozent. Damit liegt man niederösterreichweit im Mittelfeld. Landesweit betrug die Steigerung 21,6 Prozent.

Am meisten betroffen von der Arbeitslosigkeit waren im September Personen unter 25 Jahren. Hier verzeichnete man eine Steigerung um 31,6 Prozent. Positiv zu verzeichnen ist, dass um 17 Prozent oder 28 Personen weniger arbeitslos geworden sind als im Vorjahr und um 10,7 Prozent mehr Arbeitsaufnahmen stattfanden.

Vergleicht man die Arbeitsmarktdaten mit jenen des Vormonats, so waren im September um 59 Personen weniger arbeitslos als noch im August. Die Arbeitslosenquote im AMS-Bezirk Waidhofen lag im August bei 3,9 Prozent. Das ist niederösterreichweit der niedrigste Wert. Auch beim Anteil der Langzeitarbeitslosen verzeichnet man im Ybbstal den landesweit niedrigsten Wert. „Damit sind wir noch gut unterwegs“, sagt Waidhofens AMS-Geschäftsstellenleiterin Anita Prüller. „Unser nächstes Thema wird nun die Winterarbeitslosigkeit sein. Dabei wird es schwierig sein, zu unterscheiden, was davon die übliche Winterarbeitslosigkeit und was davon Covid-bedingt ist.“

Der Hauptfokus des AMS liege nun darauf, zu vermeiden, dass sich Langzeitarbeitslosigkeit manifestiere, meint die AMS-Chefin. Dazu werde man alle Fördergelder aus der Corona-Stiftung adäquat nutzen. „Vor allem jene, die in ihrem derzeitigen Arbeitsbereich nicht mehr tätig werden können, sollen mit dem Geld für neue Bereiche qualifiziert werden“, hält Prüller fest. Besonders betroffen davon seien Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Bei den Unternehmen laufe die dritte Kurzarbeitsphase noch eher verhalten an, berichtet Waidhofens AMS-Leiterin weiter. Sie ist sich aber sicher, dass auch dieses Instrument zur Vermeidung von Kündigungen genutzt werde. Anzeichen, dass Firmen in der Region größere Mitarbeiterfreisetzungen planen, gebe es derzeit nicht.

Vereinzelt Kündigungen bei Firma Bene

Wie der NÖN zu Ohren kam, kam es in den letzten Wochen beim Waidhofner Büromöbelhersteller Bene vereinzelt zu Kündigungen. „Wir haben entlang der Umsatzentwicklung Anpassungen vorgenommen, um dadurch langfristig Arbeitsplätze abzusichern und weiterhin stabil und sicher durch die Pandemie zu steuern“, heißt es dazu aus dem Unternehmen. National und international seien dazu auch unterschiedliche Kurzarbeitsmodelle in Anspruch genommen worden. Dadurch seien in dieser globalen Krise große Komplikationen und damit verbundene größere Einschnitte bisher vermieden worden. Am Dienstag lag dann auch die Zustimmung der Gewerkschaft vor, eine weitere Kurzarbeitsphase anzutreten. „Wir sind sehr froh darüber. Für uns ist das ein wichtiger Puffer, um diese Krise zu überstehen“, heißt es dazu aus dem Unternehmen.