Anton Steiner feiert 60er:„Meinen Namen kennt man noch“. Im September feierte Olympiamedaillengewinner Anton Steiner seinen 60. Geburtstag. Der NÖN erzählte er aus seinem Leben.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 23. November 2018 (05:00)
„Mein Schwiegervater hat dieses Bild für mich anlässlich meines Bronzemedaillengewinns bei den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo gemalt. Heute hängt es in meinem Firmenbüro“, sagt der Skistar Anton „Jimmy“ Steiner.
Doris Schleifer-Höderl

„Meinen Fünfziger habe ich groß gefeiert, den Sechziger Mitte September aber nicht so“, meint Anton „Jimmy“ Steiner schmunzelnd. „Denn immer wenn ich Geburtstag habe, findet in Kitzbühel das Toni Sailer Golf Memorial statt – auch heuer. Da waren ohnehin viele meiner ehemaligen Skikollegen wie Franz Klammer, Hansi Hinterseer, Hans Enn, Leonhard Stock und Peter Wirnsberger da und so haben wir halt ein paar Glaserl getrunken.“

Überhaupt trifft sich die legendäre, zusammengeschweißte Skisportlertruppe regelmäßig. „Der Kontakt ist eigentlich nie abgerissen und wir pflegen unsere Freundschaft sehr“, erzählt Steiner.

„Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir nie richtige Konkurrenten waren. Wir waren zehn Monate im Jahr beisammen, haben gemeinsam trainiert, sind gemeinsam gestartet und haben gemeinsam die Siege gefeiert. Heute ist das anders. Da trainiert jeder für sich und man sieht sich dann beim Vergleich oder bei den Rennen.“

Zu Steiners aktiver Zeit sei auch noch nicht so viel Geld im Spiel gewesen. „Damit will ich aber gar nicht sagen, dass es heute schlechter ist. Es ist sicher auch interessant, aber diesen Druck und diese enormen Verpflichtungen durch Sponsoren gab es früher nicht. Wir haben uns voll auf den Sport konzentrieren können“, sagt der Ex-Skisportler.

„Wir haben uns damals voll und ganz auf den Sport konzentrieren können.“Skilegende Anton Steiner

Anton Steiner, der als durchaus risikoreicher Skifahrer galt, ist gebürtiger Osttiroler und wuchs in Prägraten am Großvenediger auf. Er besuchte zunächst die Skihauptschule in Neustift in Tirol und anschließend die Skihandelsschule in Waidhofen. Nach ersten Erfolgen im Nachwuchsbereich kam der Allrounder zu ersten Einsätzen im Weltcup. Steiner fuhr Abfahrt, Riesenslalom, Slalom, Super-G und Kombination.

Größter Erfolg: Bronze bei Olympia 1984

Seinen wohl größten Erfolg feierte er bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo, als er die Abfahrts-Bronzemedaille – und damit das einzige Edelmetall für Österreich bei diesen Spielen – gewann. „Logisch freut man sich da, vor allem auch deswegen, weil man bei den Olympiaden danach, wo viel abgestaubt wurde, oft die Namen der Sieger nicht mehr weiß. Meinen hingegen kennen noch viele“, scherzt der Wahlmostviertler, der nach Saisonende 1988 im Alter von 29 Jahren seinen Rücktritt vom Spitzensport bekannt gab. „Müssen hätte ich nicht. Alles lief gut, aber mich hat es einfach nicht mehr gefreut, im Sommer zu trainieren, und so habe ich die Skier an den Nagel gehängt.“

Einen großen Erfolg konnte Anton Steiner im Jahr 1984 verbuchen. Er holte bei den Olympischen Winterspielen in Sarajewo die einzige Medaille für Österreich – dementsprechend gefeiert wurde der Skistar auch im Ybbstal, wie hier der Artikel im Amstettner Anzeiger zeigt.
Archiv/Amstettner Anzeiger

Heute lebt Anton Steiner mit seiner Gattin Karin in Waidhofen. Dort übernahm der Skistar 1988 vom Industriellen Franz Forster, Gründer der Skihandelsschule und Förderer Steiners, die Leitschienenabteilung aus dessen Unternehmen. Mit seiner Firma Anton Steiner GmbH & Co KG wurde Steiner in der Leitschienenmontage in Österreich erfolgreich.

Und wie schaut’s mit dem Skifahren aus? Kommt Anton Steiner eigentlich noch dazu? „Aber klar, da komm ich ja auch her! Nur als wir von 1988 bis 2002 die Forsteralm betrieben haben, bin ich nicht dazugekommen“, sagt er. „Aber seit Anfang der 2000er-Jahre gebe ich es mir wieder.“