Bezirksbäuerin ist Botschafterin für Qualität. Gerlinde Hirtenlehner will Initiative für Information und Bildung setzen.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 29. November 2019 (04:54)
Mit Gerlinde Hirtenlehner haben die Bäuerinnen eine engagierte Vertreterin aus ihren Reihen zur Bezirkssprecherin gewählt.
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Gerlinde Hirtenlehner wurde vor zwei Wochen von den Bäuerinnen im Bezirk Waidhofen zu ihrer Bezirksbäuerin gewählt. Nun will die Bäuerin des Waidhofner Bauernhofs „Oberaichen“ fest in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin Leopoldine Hirtenlehner treten, mit der sie nur zufällig der gleiche Familienname verbindet.

Ihr Credo, das sie bereits am Tag der Wahl verkündet hat, ist klar: „Wir müssen den Wert der bäuerlichen Produkte stärker in das Bewusstsein der Menschen bringen“, fordert die Neo-Bezirksbäuerin. Denn die Zukunft der Landwirtschaft liege klar in der Qualität. Sie versteht sich jedenfalls als Botschafterin für bäuerliche Produktqualität. „Das geht nur, wenn wir noch stärker an die Menschen herantreten, den Weg gesunder Milch aufzeigen, und Obst, Gemüse und Fleisch aus der Region protegieren“, sagt Hirtenlehner.

Dabei müsse jede Bauernfamilie wohl ihre eigene Strategie finden, was von Lage und Größe des Hofes abhänge. Sie selbst hat den Beruf der Friseurin gelernt, die landwirtschaftliche Facharbeiterinnenprüfung an der Bergbauernschule Hohenlehen absolviert und sich zusätzlich in der Kinderbetreuung qualifiziert, wo sie nun neben der Landwirtschaft als Springerin in Kindergärten tätig ist.

Nachfolgefrage als Herausforderung

Nachdem ihre drei Kinder, Cornelia (20), Johannes (18) und Gerald (16) inzwischen ins Berufsleben getreten sind, hat sie sich zu dieser neuen Aufgabe als Bezirksbäuerin überzeugen lassen. Dass in der Landwirtschaft immer öfter die Bäuerinnen die Verantwortung zu tragen haben, weiß sie. „Es sind oft die Frauen die Betriebsführerinnen, weil immer öfter die Männer einem Nebenerweb nachgehen müssen, um den Hof überhaupt sinnvoll bewirtschaften zu können“, sagt sie.

Als Herausforderung in der Landwirtschaft sieht sie die Nachfolgefrage. „Wir müssen der Jugend auf den Höfen eine Zukunftsperspektive eröffnen“, sagt sie. Dafür sei die Facharbeiterausbildung eine wichtige Grundlage. „Wir müssen auf Bildung, Ausbildung und Qualitätsentwicklung setzen.“ Und dabei geht sie spürbar engagiert voran. „Ich möchte mit meinen Kolleginnen eine Botschafterin für die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte sein.“