Bezirksbauernkammer: Klapf folgt Helm als Stellvertreter an Spitze

Gerlinde Hirtenlehner bleibt Stellvertreterin, will aber als Waidhofner Bezirksbäuerin zurücktreten.

Erstellt am 20. November 2021 | 05:55

Die Bezirksbauernkammer Waidhofen hielt am Mittwoch der Vorwoche im Saal der Raiffeisenbank Ybbstal in Waidhofen ihre Herbstvollversammlung ab, bei der das Budget für 2022 beraten und einstimmig beschlossen wurde.

Nachdem die bisherige Obmann-Stellvertreterin Nina Helm aus Ybbsitz bekannt gab, aus persönlichen Gründen diese Funktion nicht mehr ausüben zu wollen, stand diese Position zur Wahl. Einstimmig wurde der langjährige Kammerrat aus Hollenstein Anton Klapf zum neuen Stellvertreter des Obmanns Mario Wührer gewählt. Die weitere Obmann-Stellvertreterin Gerlinde Hirtenlehner bleibt in ihrer Funktion, die Aufgabe der Bezirksbäuerin wird sie bei der Generalversammlung der Bäuerinnen am Donnerstag, 2. Dezember, zur Verfügung stellen.

Neu in den Hauptausschuss der Bezirksbauernkammer Waidhofen wurde Andreas Ebner aus Sonntagberg gewählt, der auch schon auf eine jahrelange Erfahrung als Kammerrat bauen kann.

In der Vollversammlung wurden auch aktuelle agrarpolitische Themen diskutiert. Bereits im Vorfeld wurde zwischen den Funktionären des ÖVP-Bauernbunds und des UBV (Unabhängiger Bauernverband) eine Resolution vorbereitet, die in der Vollversammlung einstimmig beschlossen wurde.

Resolution wurde einstimmig beschlossen

Darin enthalten sind Forderungen an die österreichische Agrarpolitik, die seitens der Ybbstaler Bauernschaft als essenziell für den Erhalt einer flächendeckenden Landwirtschaft im Bezirk Waidhofen und darüber hinaus erachtet werden. Unter anderem fordern die Bauernvertreter, dass bei Importen von Lebensmitteln die gleichen Voraussetzungen gelten sollen wie für die Produktion heimischer Lebensmittel.

Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung wird ebenso gefordert wie eine wirksame Kontrolle und Sanktionierung bei Nichteinhaltung der Kennzeichnungspflichten. Die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln soll als Staatsziel in der Bundesverfassung verankert werden.

Die Bauern begrüßen weiters eine Ausweitung des AMA-Gütesiegels auf Getreide und dessen Verarbeitungsprodukte. Es könne nicht sein, dass die Milchbauern bei der Finanzierung doppelt zur Kassa gebeten werden, meinen sie. Die österreichischen Bauern hätten jetzt schon die strengsten Vorschriften im Tierschutz einzuhalten. Ständige Forderungen auf noch mehr Tierwohl seien verständlich und grundsätzlich machbar, aber nicht zum Nulltarif umsetzbar. Höhere Produktpreise müssten die Mehrkosten abgelten und wo das nicht möglich ist, seien entsprechende Ausgleichszahlungen bereitzustellen, sagen die Vertreter der Bezirksbauernkammer.

Da die Preis-Kosten-Schere von Produktionskosten und Erzeugerpreisen immer weiter aufginge, fordern die Bauernvertreter Initiativen zur Schließung der auseinanderklaffenden Verhältnisse.

Schlussendlich unterstützt die Bezirksbauernkammer Waidhofen auch die sogenannte „Wiener Erklärung“ der europäischen Waldeigentümer gegen die geplante EU-Forststrategie. Die bäuerlichen Wirtschaftswaldbesitzer der Region würden sich zu echtem Klimaschutz, Biodiversität und funktionierenden Waldökosystemen bekennen, Wirtschaftswald müsse aber erhalten bleiben, dieser stelle eine existenzielle Einkommensquelle für die Bauern der Region dar, meinen deren Vertreter.