Buchenberg: Fokus auf den Naturpark. Ybbs soll im neuen Naturparkkonzept verbindendes Element von Waidhofen über Opponitz nach Hollenstein werden. Auftakt am 22. Mai mit „Tag der Artenvielfalt“.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 10. Februar 2019 (04:50)
NÖN
Bis Ende März möchte die Stadt Waidhofen gemeinsam mit der Gemeinde Opponitz ihr neues Naturpark-Konzept beim Land einreichen. Verbindendes Element wird die Ybbs sein.

Nachdem die Stadt Waidhofen mit dem Betrieb des Tierparks Buchenberg künftig nichts mehr zu tun haben wird, verlegen die Stadtverantwortlichen nun ihren Fokus auf den Naturpark Buchenberg. „Der Tier- und Erlebnispark Buchenberg grenzt sich ganz klar vom Naturpark Waidhofen, der über Atschreith auch mit Opponitz verbunden ist, ab“, sagt Bürgermeister Werner Krammer und kündigt an, bis Ende März gemeinsam mit der Gemeinde Opponitz ein neues Konzept für den Naturpark beim Land Niederösterreich einreichen zu wollen.

„Grundsätzlich waren alle Naturparke dazu aufgefordert, neue Konzepte zu erstellen, die nach den Vorgaben des Landes die vier Säulen Bildung, Schutz des Waldes, Erholung und Regionalwirtschaft enthalten müssen“, führt der Stadtchef aus. Außerdem sollten die Naturparke großräumiger und gemeindeübergreifender gedacht werden.

"Ybbs in den Fokus rücken"

„An diese Vorgaben haben wir uns gehalten und so haben wir uns mit Hollenstein, wo unser nächster Naturpark ist, abgestimmt und gemeinsam geschaut, wie wir hier in Zukunft zusammenwachsen können.“ Als verbindendes Element wurde dabei die Ybbs festgelegt. „Ein Fluss kommt noch in keinem niederösterreichischen Naturpark vor“, sagt Krammer. „Die Idee ist nun, dieses Gewässer in all seiner Vielfalt und mit all seiner Bedeutung in den Fokus zu rücken.“

Dem Stadtchef schwebt vor, eine Naturparkregion Ybbstal zu schaffen, die bis ins Wildnisgebiet Dürrenstein, das seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe ist, reicht. „Als Wirtschaftsstandort ist Waidhofen für mich unumstritten“, sagt Krammer. „Wir haben hier Unternehmen von Weltrang und damit Arbeit. Wir wollen aber, dass die Leute, die hier arbeiten auch hier leben. Deshalb ist dieser Naturpark für mich so wichtig. Schließlich verspricht der Gedanke, in einer Naturparkregion zu leben, doch eine gewisse Lebensqualität.“

Um den vier vorgegebenen Säulen zu entsprechen, sollen in Waidhofen verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Im Bildungsbereich sollen Schulen und Kindergärten zu Naturparkschulen und Naturparkkindergärten werden.

Welche schützenswerten Arten gibt es?

Was den Schutz des Waldes betrifft, soll in einem ersten Schritt einmal aufgenommen werden, welche schützenswerten Arten es gibt, und in Folge das Augenmerk auf ihren Schutz gelegt werden. „Mit dem Projekt ‚Waldgärten‘, das wir letztes Jahr begonnen haben, wollen wir diese zu schützenden Pflanzen- oder Tierarten auch thematisieren und zugänglich machen“, sagt Krammer.

Für die Erholung soll das Wandernetz über den Buchenberg hinaus, über Atschreith nach Opponitz ins Bewusstsein gerückt werden. „Erholen heißt aber auch, ein Verweilen im Wald über die Waldgärten zu ermöglichen.“

Im Bereich der Regionalwirtschaft soll schließlich abgeklärt werden, welche regionalen Produkte ein Naturpark zu bieten hat, um diese dann entsprechend zu entwickeln und zu positionieren. „Ich denke da etwa an Schafkäse aus der Naturparkregion Ybbstal – das hätte doch etwas“, sagt der Bürgermeister.

Mit einem „Tag der Artenvielfalt“ wird es am 22. Mai eine Auftaktveranstaltung für das neue Naturparkkonzept geben.