Citybahn-Sicherung als Pilotprojekt. Neue Sicherungsanlage VTS mit Schulbeginn in Betrieb. Betriebsführung von Laubenbachmühle aus.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 10. September 2020 (12:38)
Mit Schulbeginn ging die Waidhofner Citybahn wieder in Betrieb. Die NÖ Bahnen übernahmen nun die Betriebsführung der Stadtbahn von den ÖBB.
NB/Kerschbaummayr

Pünktlich zu Schulbeginn am Montag startete die Waidhofner Citybahn wieder den Betrieb. Dabei übernahmen die Niederösterreich Bahnen, vormals NÖVOG, auch die Betriebsführung für die Stadtbahn von den ÖBB. Diese erfolgt nun von der Betriebsführungszentrale der Niederösterreich Bahnen in Laubenbachmühle aus.

„Das Zukunftskonzept rund um die Citybahn Waidhofen schreitet zügig voran“, sagt Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko. „Die Übernahme der Betriebsführungszentrale ist ein wichtiger Schritt im Sinne der langfristigen Sicherung unserer blau-gelben Citybahn.“

Neben der Übernahme der Betriebsführung gibt es noch eine weitere wesentliche Neuerung bei der Citybahn: So wurde auf der Strecke eine „vereinfachte technische Sicherungsanlage“ (VTS) probeweise in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine solarbetriebene Rotlichtanlage, deren Einschaltung eisenbahnseitig erfolgt, also durch den Zug und nicht wie bisher durch die Betriebsführungszentrale. „Die neu errichtete Sicherungsanlage ist ein Pilotprojekt und die erste dieser Art in Österreich“, sagt Niederösterreich-Bahnen-Geschäftsführerin Barbara Komarek.

Sicherung um mehr als die Hälfte günstiger

Durch die VTS seien weniger technische Komponenten und auch weniger Grabungsarbeiten notwendig, wodurch sich deutliche Kosteneinsparungen ergeben würden, heißt es dazu seitens der Niederösterreich Bahnen. Während die Kosten für die Errichtung einer herkömmlichen Lichtzeichenanlage 180.000 Euro betragen, kommt die VTS auf lediglich rund 88.000 Euro. Für die Straßenverkehrsteilnehmer ändert sich durch die neue Sicherungsart nichts, wird betont. Das Erscheinungsbild sei ident mit herkömmlichen Anlagen.

Getestet wird die VTS im Rahmen eines durch den Verkehrssicherheitsfonds des Landes NÖ geförderten Forschungsprojekts, das gemeinsam mit dem ÖAMTC und dem Austrian Institute of Technology initiiert wurde. Errichtet wurde die neue Anlage in Kooperation mit der Firma EBE. Die Testphase dauert bis 30. September, mit 1. Oktober geht die Anlage in den Vollbetrieb.

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 wird die Waidhofner Stadtbahn dann im Halbstundentakt verkehren. Allerdings nur mehr zwischen Hauptbahnhof und Vogelsang. Die Endhaltestelle befindet sich dann bei der Pestalozzistraße. Einen neuen Halt für eine noch bessere innerstädtische Anbindung wird es dann auch in der Kupferschmiedgasse geben. Die Errichtungsarbeiten sind bereits in vollem Gange.