Fachkräfte dringend gesucht. 485 Personen Ende August ohne Job. Vor allem Junge betroffen. Betriebe gespannt auf neues Kurzarbeitszeitmodell.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 16. September 2020 (04:17)
Symbolbild
Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Ende August waren am AMS Waidhofen 485 Personen, 236 Frauen und 249 Männer, als arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 103 Personen mehr als im August des Vorjahres und bedeutet eine Steigerung der Arbeitslosigkeit um 27 Prozent. Damit liegt man über dem niederösterreichweiten Wert von plus 25,9 Prozent.

Vergleicht man die Arbeitsmarktdaten mit jenen des Vormonats, so waren im August um 45 Personen weniger arbeitslos als im Juli.

Wie es nun weitergeht, sei derzeit noch ungewiss, sagt Waidhofens AMS-Geschäftsstellenleiterin Anita Prüller. Viele Unternehmen in der Region würden derzeit abwarten, wie das neue Kurzarbeitszeitmodell konkret aussehe, und dann erst hinsichtlich der Personalstruktur entscheiden. „Dass es hier noch immer keine Informationen gibt, ist für viele Betriebe beschwerlich, weil sie nicht planen können“, sagt Prüller.

Bei Gewerken in allen Bereichen Bedarf

Ein weiteres großes Thema am Arbeitsmarkt in der Region sei derzeit der Fachkräftemangel. „Bei den Gewerken ist es so, dass in nahezu allen Bereichen Bedarf an Fachkräften herrscht, das vorhandene Potenzial am Arbeitsmarkt die Anforderungen aber nicht erfüllen kann“, führt die AMS-Chefin aus.

AMS-Leiterin Anita Prüller möchte die Qualifikation der Jobsuchenden verbessern.
NÖN

Besonders betroffen von der Arbeitslosigkeit waren im August Personen zwischen 25 und 50 Jahren. Hier verzeichnete man eine Steigerung um 49,1 Prozent. Von den 79 Personen dieser Altersgruppe, die am AMS Waidhofen als arbeitslos vorgemerkt sind, haben 46 lediglich einen Pflichtschulabschluss. „Hier gilt es für uns nun anzusetzen, damit diese Leute auf die Qualifizierungsschiene kommen“, sagt Prüller.

Stark erhöht hat sich am AMS Waidhofen auch die Zahl der Lehrstellensuchenden, nahezu alle davon haben Migrationshintergrund. Hier gelte es ebenfalls, Hindernisse, wie etwa Sprachbarrieren, auszuräumen, meint die AMS-Leiterin.

Vor Kurzem gestartet ist am AMS Waidhofen ein Kurs für Wiedereinsteigerinnen. Da man aber nicht wisse, wie sich die Infektionszahlen weiterentwickeln und ob wieder Schul- bzw. Kindergartenschließungen drohen, herrsche bei vielen Frauen große Unsicherheit hinsichtlich der Betreuungssituation, hält Prüller fest.