Fassade ist Gesicht der Stadt . Fassadenaktion in Waidhofen/Ybbs wird auf Privathäuser ausgeweitet. Bauwerber erhalten bis 2.000 Euro Förderung.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:49)
Lugmayr

Ein ansprechendes Stadtbild will gepflegt sein. Darin sind sich Bewohner wie Besucher einig. „Wir haben in Vorbereitung der Landesausstellung Feuer und Erde 2007 nicht nur einen Gestaltungsbeirat eingerichtet, sondern die Stadt vergab in Hinblick auf die Ausstellung auch direkte, nicht rückzahlbare Zuschüsse an Hausbesitzer im Bereich der Innenstadt, wenn sie ihre Fassade sanieren oder neu gestalten wollten“, sagt Bürgermeister Werner Kammer, „und die Stadt vergibt diese noch heute.“

Fassadenaktion beschlosssen

In der Gemeinderatssitzung vom 27. Juli wurde nun eine Ausweitung der Fassadenaktion beschlossen. „Bisher war die Unterstützung auf Gebäude beschränkt, die im Erdgeschoß ein Geschäftslokal eingerichtet haben“, sagt Tourismusstadtrat Peter Engelbrechtsmüller. Ab nun können auch Hausbesitzer, die ihr Gebäude ausschließlich für Wohnungen nützen, einen Zuschuss beantragen.

Dabei wird eine Unterstützung von bis zu 2.000 Euro aber maximal 50 Prozent der Fassadensanierungskosten von der Stadt ausgezahlt. „Die Überlegung ist einfach. Jedes Haus in der Innenstadt trägt zum Gesamterscheinungsbild Waidhofens bei, und es gibt eine Reihe von Gebäuden, wo wir uns eine Sanierung der Fassade wünschen“, so Engelbrechtsmüller.

Davon unangetastet bleibt die schon bisher bestehende Fassadenaktion für Geschäftshäuser. Inhaber dieser Häuser können einen ebenfalls nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 4.000 Euro und maximal der Hälfte der Sanierungskosten beantragen. „Das waren im Vorjahr immerhin fünf Hausbesitzer, die wir so unterstützen konnten“, sagt Engelbrechtsmüller.

In beiden Fällen muss sich der Bauwerber dem Urteil des Gestaltungsbeirats unterziehen. Dieser beurteilt, inwiefern die Fassadengestaltung für das Erscheinungsbild der Stadt wünschenswert ist.

"Anstoß Fassaden zu verschönern"

„Die Aktion soll ein Anstoß für Hausbesitzer sein, ihre Fassaden zu verschönern und sie gleichzeitig in ein Gesamtkonzept der Innenstadtgestaltung zu stellen“, so Engelbrechtsmüller.

Schon vor dem Ansuchen können Hausbesitzer mit dem Gestaltungsbeirat ihre Vorstellungen absprechen.

Im Vorjahr wurden an immerhin sechs Hausbesitzer Unterstützungen ausbezahlt. Das Jahresbudget der Fassadenaktion von 20.000 Euro wurde dabei nicht ausgeschöpft. Von der Ausweitung auf Wohnhäuser erwartet sich die Stadt auch größeres Interesse.

„Wenn wir die Aktion über zehn Jahre ziehen und wir jedes Jahr nur vier bis fünf Hausbesitzer unterstützen können, sind das vierzig bis fünfzig Ensembles in einem Jahrzehnt“ sagt Engelbrechtsmüller. „Die Fassaden sind das Gesicht der Stadt, darauf müssen wir besonders schauen“, sagt Krammer.