Freigeister und Tondichter im Klangraum. Intendant Thomas Bieber hat für März bis Mai Programm in Rufweite Beethovens zusammengestellt.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 13. Februar 2020 (04:34)

Mit Anfang März startet der Klangraum Waidhofen ins Frühjahr. Es ist ein Beethoven-Jahr. „Ja, gut. Es ist aber auch ein Hegel- und Hölderlin-Jahr. Also, was tun? Ganz einfach: ohne und mit“, spannt Klangraum-Intendant Thomas Bieber einen Bogen zwischen den Jahresregenten. Der Klangraum präsentiert sich also dieses Mal ohne spezielles Motto, aber mit Beethoven.

Am Samstag, 7. März, startet der Zyklus bei freiem Eintritt im duomet-Werk im Gewerbepark Haberlehen. Wenn „Gulda am Attersee“ auf dem Programm steht, dann ist der Abend eine Verbeugung vor dem großen Musiker Friedrich Gulda. Am 16. Mai wäre er 90 Jahre alt geworden, sein Todestag jährt sich zum 20. Mal.

„Mit Matthias Bartolomey und der Urmusikkraft der Trachtenmusikkapelle Windhag werden die Fetzen fliegen!“Thomas Bieber, Intendant

Mit einem Konzert ganz im Sinn des Meisters huldigen Philharmoniker Matthias Bartolomey am Violoncello und die Trachtenmusikkapelle Windhag unter der Leitung von Thomas Maderthaner dem Musikgenie.

Guldas Konzert für Violoncello und Blasorchester verbindet dabei alles, was der Komponist Gulda für verbindenswert hielt. Grvoove, klassische Formen, Schubert, Vivaldi, Blasmusik und eine Portion cellistischen Übermut. Dieser Klassiker des Cross-over kombiniert mit Märschen und Landlern aus dem Salzkammergut ergibt einen ganz besonderen Abend. „Mit Matthias Bartolomey und der Urmusikkraft der Trachtenmusikkapelle Windhag werden die Fetzen fliegen!“, verspricht
Bieber. „Im Beethoven-Jahr: Molto Gulda con brio!“

Am Sonntag, 26. April, folgt im Kristallsaal des Rothschildschlosses Waidhofen „Eine Prise Beethoven“. Bariton Adrian Eröd bringt Werke von Beethoven, Mozart, Benatzky und Georg Kreisler. Er wird am Klavier begleitet von Andrea Linsbauer. Christoph Wagner-Trenkwitz moderiert die Matinee in bewährter Fachkenntnis auf hohem Niveau.

Im Mai steht ein Heimspiel des erfolgreichen Waidhofner Geigers Stefan Pöchhacker auf dem Programm. Als Mitglied der Wiener Symphoniker hat er Kolleginnen und Kollegen aus dem Orchester zum Wiener Sextett zusammengestellt und bringt zwei Streichsextette von Johannes Brahms und Tschaikowsky: Deutsche Romantik und russisch-europäisch die Gangart.

Am Samstag, 16. Mai, macht der Klangraum in der Filialkirche St. Ägydi Station. Unter dem Titel „Das vergessene Instrument“ widmet sich das Trio ad Cor Beethovens musikalischen Wegbereitern. Maddalena Del Gobbo spielt auf dem der Tenor-Gambe ähnlichen Baryton gemeinsam mit Sebastian Führlinger (Viola) und David Pennetzdorfer (Violoncello) Musik von Haydn und Zeitgenossen.

Am Donnerstag, 28. Mai, findet der Klangraum seinen Abschluss im Kristallsaal. Im Liederabend „Liebst du um Schönheit“ begibt sich Mezzosopran Theresa Kronthaler in das Wien um 1900. Mit feinsinnigen Liedern von Gustav Mahler, frühen Liedern von Richard Strauss und Arnold Schönbergs „Das Buch der Hängenden Gärten“ zieht sie die Kraftlinien dieser Zeit. Im Theater an der Wien gefeiert, ist die Sängerin ebenfalls im Klangraum zu erleben.