KAGA: Die Vorreiter des Mundart-Pop. Zum Auftakt der Serie über Ybbstaler Bands sprach die NÖN mit der 1996 gegründeten Gruppe KAGA.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 31. Oktober 2020 (05:53)

1996 wurde KAGA in Waidhofen gegründet. Die erste Besetzung bestand aus Schlagzeug, Posaune, Steirischer Harmonika, Sänger und Sängerin, später wurde diese dann noch durch Keyboards und Elek tronik erweitert. Die Bandmitglieder wohnten zu Beginn auch alle in Waidhofen, Ybbsitz und Weyer und waren bereits vorher miteinander befreundet, was letztendlich auch der ursprüngliche Beweggrund war, gemeinsam ein Musikprojekt zu starten.

„Dieter Forster, der bei uns Steirische gespielt hat, war ein guter Freund von mir“, erinnert sich Hannes Mayrhofer. „Wir haben dann hin und wieder bei Familienfeiern zum Spaß traditionelle Volksmusik gespielt. Jochen Hrubes, unser erster Schlagzeuger, hat sich dann einmal mit uns getroffen und gemeint, er würde gerne etwas in die Richtung Neue Volksmusik machen. Das war im November 1996.“ Diese erste Probe zu dritt war dann quasi auch die Initialzündung für KAGA, da alle Beteiligten so begeistert waren, dass sie beschlossen, weiterhin gemeinsam Musik zu machen.

Kurz darauf kamen auch Daniela Hrubes und Roman Salcher als Sänger hinzu und die Ursprungsbesetzung von KAGA war geboren. Der Bandname geht übrigens auf einen Mundartausdruck für den Obstrest, der beim Mostpressen übrig bleibt, zurück. 1997 gab es bereits die ersten Auftritte der neuen Formation, im Laufe der Jahre dann einige Konzertreisen durch ganz Österreich und auch eine Tournee. 1999 verließ Roman Salcher die Band, Christoph Leonhart übernahm den männlichen Gesangspart und brachte noch die Trompete ins Klangbild der Formation mit ein. Auch der Keyboarder und Sänger Rafael Ecker kam im selben Jahr dazu und schließlich wurde 1999 auch das erste Album mit dem Titel „A mords mostige Musi“ veröffentlicht.

 „Der Auftritt im Vorprogramm von Hubert von Goisern war eine ganz spezielle Geschichte.“ KAGA-Gründungsmitglied Hannes Mayrhofer

 Um das Jahr 2000 herum wechselte auch die Besetzung des Schlagzeughockers, den fortan Christoph Schwaiger einnahm. 2003 folgte das „Volxpop“ betitelte zweite Album. Beide Veröffentlichungen sind derzeit vergriffen, die meisten Lieder davon jedoch auf YouTube zu finden.

Traditionelles gemixt mit Pop-Elementen

Das Grundrezept für die Musik von KAGA war eine Mischung aus typischen Rockinstrumenten wie Schlagzeug und solchen, die häufiger in einem Volksmusikkontext zu finden sind, wie zum Beispiel die Steirische Harmonika. Dazu kamen Texte, die in regionaler Mundart verfasst und gesungen wurden, Elemente regionalen Musikguts und eine große Palette an anderen musikalischen Einflüssen. Diese Mischung machte KAGA zu Wegbereitern einer jungen Mundartmusik, die fernab vom volkstümlichen Schlager neue Wege fand, traditionelle Einflüsse mit Pop-Elementen zu verbinden.

Trotz musikalischer Erfolge und andauernder Freundschaft zwischen den Bandmitgliedern wurde es mit der Zeit immer schwieriger, das Bandprojekt aufrechtzuerhalten. Einige Mitglieder zogen aus beruflichen und privaten Gründen nach Wien, andere blieben in der Region. Eine Zeit lang fanden die Proben in St. Pölten, also ungefähr in der Mitte zwischen Wien und Waidhofen, statt, dies wurde aber auch irgendwann logistisch zu aufwendig und schließlich spielten KAGA 2006 ihren vorläufig letzten regulären Auftritt. Danach gab es noch einige vereinzelte Auftritte zu besonderen Gelegenheiten.

Auf die Frage nach persönlichen Highlights aus der Bandgeschichte meint Mayrhofer: „Es gab ein paar Auftritte im ORF, aber auch Konzerte mit Hubert von Goisern, Attwenger und den Ausseer Hardbradlern waren sehr spannend. Der Auftritt im Vorprogramm von Hubert von Goisern bei einem Open Air in Waidhofen war auf jeden Fall eine ganz spezielle Geschichte.“

Die nach wie vor aktive Facebook-Seite von KAGA bietet einen Einblick in das Schaffen dieser interessanten Band. Einige der Bandmitglieder sind auch nach wie vor musikalisch aktiv, so zum Beispiel die Gründungsmitglieder Hannes Mayrhofer und Dieter Forster gemeinsam in der Gruppe Bahnhof Kollektiv. Rafael Ecker ist Keyboarder bei den Horny Funk Brothers und Christoph Schwaiger trommelte nach KAGA in mehreren Metal Bands, unter anderem bei Monsters of the Ordinary.