Klimakonferenz der Tiere. Artensterben stand am Samstag im Fokus des zehnten Waidhofner Klimaprotests.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 14. Januar 2020 (13:54)

Rund 150 Bürger aus dem gesamten Ybbstal beteiligten sich vergangenen Samstag am zehnten Waidhofner Klimaprotest. Im Fokus der Kundgebung stand das Artensterben. Mehrere Teilnehmer waren dem Aufruf der Veranstalter gefolgt und hatten sich dem Thema gemäß als Tiere verkleidet. So zogen Gorilla, Löwe und Erdhörnchen lautstark singend vom Viaduktparkplatz über die Mühlstraße und den Unteren Stadtplatz zum Forellenbrunnen am Freisingerberg.

Zur Melodie von „Hey Jude“ wurde Bundeskanzler Sebastian Kurz pointiert aufgefordert, eine „gescheite Klimapolitik“ auf den Weg zu bringen und Klimaschutzmaßnahmen nicht mehr auf die lange Bank zu schieben. „Wir fordern eine wirkungsvolle ökologische Steuerreform“, sagte Klimaprotest-Organisator Hermann Wagner. Die Absichtserklärungen im türkis-grünen Regierungsprogramm hinsichtlich Klimaschutz sehen die Klimaaktivisten als Fortschritt, nun müssten sie aber rasch umgesetzt werden. „Wir wollen Rückenwind für eine ambitionierte Klimapolitik vonseiten der österreichischen Bundesregierung sein“, führte Raphael Kößl vom Organisationsteam aus.

Untermauert wurde die Forderung der Demonstranten wieder mit Klimapost, die diesmal an den Bundeskanzler ging.

Bei der Kundgebung beim Forellenbrunnen wurden dann die verheerenden Buschbrände in Australien ins Gedächtnis gerufen und es wurde auf die Gefährdung zahlreicher Tierarten sowie des gesamten Ökosystems aufmerksam gemacht.
„Wenn man 4,5 Milliarden Jahre an Erdgeschichte auf 24 Stunden komprimiert, dann sind wir erst seit sagenhaften drei Sekunden hier. In diesen drei Sekunden haben wir die Rate, mit der Tier- und Pflanzenarten aussterben, um den Faktor 1.000 beschleunigt“, sagte Paul Kriener vom Stiftsgymnasium Seitenstetten in seiner Rede an die Protestgemeinde und kam zum Schluss: „Eines Tages werden sie uns Verbrecher nennen.“

EU-Abgeordneter Karas bestärkt Demonstranten

Es folgte die Klimakonferenz der Tiere, bei der Koala, Eisbär, Biene, Murmeltier und Koralle ihre durch die Klimakrise bedrohte Lebenssituation und die globalen Konsequenzen für die Umwelt erläuterten. Die Tiere waren sich einig, dass der Mensch für die Misere verantwortlich sei. Dieser war auch zur Konferenz eingeladen, kam jedoch wieder einmal zu spät. Nur der Mensch könne das von ihm verursachte Klimaproblem lösen, waren sich die Tiere einig.

Politische Vertreter suchte man beim samstäglichen Klimaprotest vergeblich. Unterstützung erhielten die Demonstranten jedoch vom EU-Abgeordneten Othmar Karas (ÖVP). Dieser hatte sich telefonisch beim Organisationsteam gemeldet, um zu motivieren und darauf hinzuweisen, dass die Politik den Druck von der Straße brauche, um wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen.

Der nächste Klimaprotest findet am Samstag, 8. Februar, statt. Treffpunkt ist wieder um 11.15 Uhr beim Viaduktparkplatz. Im März findet dann der letzte Protestzug statt.