Liste MFG: „Sitz im Senat wäre schön“

Die Liste „Menschen, Freiheit, Grundrechte“ (MFG) sieht sich selbst nicht als Impfgegner, sondern sieht Corona-Maßnahmen skeptisch. Listenerster Wolfgang Durst hofft auf Einzug in den Waidhofner Stadtsenat.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 06:42
Lesezeit: 2 Min

Erstmals tritt die Liste „Menschen, Freiheit, Grundrechte“ (MFG) am 30. Jänner in Waidhofen zu einer Wahl an. Die erst 2021 im Vorfeld zu den OÖ Landtags- und Gemeinderatswahlen ins Leben gerufene Bewegung landete im September im Linzer Landtag mit drei Mandaten einen Blitzerfolg und zog in zahlreiche OÖ Gemeinderäte ein.

Bei den Waidhofner Gemeinderatswahlen stellt sich die Liste erstmals außerhalb Oberösterreichs einer Wahl. Daher ist das Interesse seitens der Politik und der Medien groß, was das Abschneiden der neuen politischen Kraft betrifft. Die Liste eint, dass ihre Vertreter die Corona-Maßnahmen skeptisch sehen. „Dabei geht es uns um die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, die wir vermissen. Wir sehen den Menschen im Zentrum und wollen möglichst viele Menschen in die politischen Prozesse einbeziehen“, sagt Durst.

Dementsprechend setzt er im Wahlkampf vor allem auf die menschliche Begegnung. „Wir wollen niemanden überzeugen, sondern den Menschen ein Angebot machen, mit uns Projekte zu entwickeln, kommunale Probleme zu lösen und Stadt und Land voranzubringen“, sagt Durst.

Er definiert seine Liste als „Partei der Mitte“, fordert mehr Transparenz in der Gemeindepolitik und möchte lokale und regionale Kreisläufe fördern und stärken. Als Bezirkssprecher der MFG sei er gut vernetzt. Beruflich ist der Vater zweier Kinder im Volksschulalter als technischer Referent für Ausbildungsanlagen für das Bundesheer tätig, „Daher kenne ich mich etwa im Vergaberecht gut aus“, sagt Durst.

gemeinderatswahl waidhofen
Foto: NÖN

Als erstes Ziel setzt er sich, durch sein Antreten die niedrige Wahlbeteiligung von 2017 (66,7 %) zu erhöhen. Durst: „Die Teilnahme an politischen Prozessen beginnt mit der Ausübung des Wahlrechts.“

Den Wahlkampf wird er vor allem im persönlichen Gespräch führen. „Es wird keine Welle von Plakaten geben, da wir weder über die finanziellen Mittel noch über eine große Organisation verfügen“, sagt Durst. „Es ist auch in Zukunft nicht unsere Absicht, die Werbung für eine Wahl so zu gestalten.“ Auf Facebook & Co verzichtet die Liste im Wahlkampf. Als Ergebnis erhofft er sich „einige Mandate. Der Einzug in den Stadtsenat wäre schön.“ Seine persönlichen Stärken sieht er auf den Gebieten Sport, Kontrolle und Vergaberecht. „Es ist die allererste Aufgabe des Gemeinderats, die Gemeinde und deren Organe zu kontrollieren“, sagt Durst. Durst war in den 90er-Jahren als Triathlet wettkampfsportlich aktiv und bringt sich beim ASKÖ Waidhofen, Sektion Böhlerwerk, als Schwimmtrainer ein. Er würde am liebsten im Sportressort der Gemeinde politisch aktiv sein.