Lob und Kritik für „Familienbonus Plus“. FPÖ und ÖVP preisen „Familienbonus Plus“ als wichtigen Beitrag zur Entlastung von Familien. Kritik kommt von der SPÖ, sie ortet einen Bonus für Besserverdiener.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 01. August 2018 (04:00)
Kössl
FPÖ-Regionalreferent Alexander Schnabel und FP-Nationalratsabgeordnete Edith Mühlberghuber lobten den „Familienbonus Plus“.

Um die Vorteile des neuen „Familienbonus Plus“ hervorzuheben, lud FPÖ-Nationalratsabgeordnete Edith Mühlberghuber vergangene Woche in Waidhofen zum Pressegespräch.

„Mit dem ‚Familienbonus Plus‘ konnte durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ nun eine langjährige freiheitliche Forderung endlich umgesetzt werden“, sagte die FPÖ-Familiensprecherin. „Das ist die größte steuerliche Familienentlastung seit Jahrzehnten. Die Familien haben sich das auch verdient. Schließlich leisten sie meist einen doppelten Beitrag: Sie zahlen Steuern und sichern durch die Kindererziehung die Zukunft unseres Landes.“

Beim Familienbonus Plus handelt es sich um einen Steuerabsetzbetrag für Familien, der mit 1. Jänner 2019 in Kraft tritt. Mit der Einführung entfallen der derzeitige Kinderfreibetrag und die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum zehnten Lebensjahr.

NÖAAB
Die ÖAAB-Politiker Andreas Hanger (l.) und Hannes Pressl (Mitte) freuen sich über die Entlastung der Familien im Bezirk.

In Waidhofen würden von dem neuen Steuerzuckerl 1.195 Familien profitieren, 12.450 im Bezirk Amstetten, rechnet Mühlberghuber vor. Voll ausgeschöpft werden könne der „Familienbonus Plus“ in der Höhe von 1.500 Euro ab einem Bruttoeinkommen von etwa 1.750 Euro. Mit der Einführung des sogenannten Mehrbetrags von 250 Euro vergesse man aber auch nicht auf jene Eltern, die weniger verdienen und dadurch keine Steuern zahlen, sagt die FPÖ-Nationalratsabgeordnete.

Im neuen Familienbonus sieht sie nur Vorteile. Durch ihn werde die Kinderbetreuung zu Hause wieder wertgeschätzt.

Auch der Arbeitnehmerflügel der ÖVP im Bezirk freut sich über die Einführung des Steuerzuckerls: „Mit dem neuen Familienbonus Plus unterstützen wir genau jene Eltern, die auch aktiv im Berufsleben stehen“, sagt ÖVP-Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger.

ÖAAB: Unterstützung für Mittelschicht

Für ÖAAB-Bezirksobmann Hannes Pressl wird mit dem Familienbonus genau jene breite Mittelschicht unterstützt, die arbeite, Steuern zahle und Kinder aufziehe: „Mit dem Familienbonus Plus wird für Familien die Einkommenssteuer direkt vermindert, damit bleibt Familien bis zu 1500 Euro pro Kind mehr im Jahr.“

SPÖ
Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr kritisiert den Familienbonus.

Wenig Freude mit dem „Familienbonus Plus“ hat die SPÖ. „Das sogenannte ‚Leuchtturmprojekt‘ der aktuellen Bundesregierung ist bedenklich“, sagt SPÖ-Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr. „Es ist schlicht ein Steuerbonus für Besserverdienende: Haushalte mit weniger als 1.700 Euro Einkommen gehen leer aus.“

Dass Bezieher von niedrigeren Einkommen nicht in den Genuss des Geldes kommen, stößt der SPÖ-Familiensprecherin sauer auf. Sie ist der Meinung, dass es vernünftiger wäre, die Mittel in den Ausbau qualitativ hochwertiger öffentlicher Kinderbetreuung zu investieren. Mühlberghuber weist die SP-Kritk entschieden zurück: „Dass der Familienbonus Plus nur besser verdienenden oder reichen Eltern zugute- kommt, weise ich entschieden zurück. Das ist einfach falsch.“