Mehr Fahrgäste fuhren Zug. 202.000 Fahrgäste auf Waidhofner Stadtbahn. Verkürzung und Halbstundentakt ab Dezember 2020.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 27. November 2019 (04:53)
NÖVOG/Kerschbaummayer

Die aktuellen Fahrgastzahlen der niederösterreichischen Landesbahnen präsentierten Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko und NÖVOG-Geschäftsführerin Barbara Komarek am Mittwoch der Vorwoche in St. Pölten. Die sechs Bahnen und zwei Bergbahnen der NÖVOG hätten heuer das beste Jahr ihrer Geschichte gehabt, vermeldeten Schleritzko und Komarek. 1,187 Millionen Fahrgäste in Summe und damit eine Steigerung von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet man bis Jahresende.

Auch die Citybahn Waidhofen habe mit 202.000 Fahrgästen und einem Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr ein absolutes Rekordjahr erreicht, konstatierte Schleritzko. Zurückzuführen sei dieser Erfolg unter anderem auf die Neuausrichtung der Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG unter dem Namen „Niederösterreich Bahnen“ und der damit einhergehenden starken Positionierung der Citybahn Waidhofen. Zur Info: Seit der Übergabe der Wieselbusse im Vorjahr von der NÖVOG an den Verkehrsverbund Ostregion (VOR) firmiert die NÖVOG nach außen hin unter dem Namen „Niederösterreich Bahnen“.

Zwei zusätzliche Stopps werden noch geprüft

Das Jahr 2020 stehe bei der Citybahn Waidhofen ganz im Zeichen der Attraktivierung als innerstädtisches Verkehrsmittel, kündigen Komarek und Schleritzko an. Geschafft werden soll dies, indem die Citybahn ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 nur mehr zwischen Waidhofen Hauptbahnhof und Vogelsang, dafür aber im Halbstundentakt verkehrt. Die Haltestellen Kreilhof und Gstadt fallen künftig weg.

Fixiert wurde das Vorhaben, die 5,5 Kilometer lange Stadtbahn-Strecke auf knapp drei Kilometer zu verkürzen und den Takt zu verdichten, bereits im Frühsommer. Der politisch umstrittenen Entscheidung ging ein Beschluss des Waidhofner Gemeinderats voraus, dem sich lediglich die WVP und SPÖ-Verkehrsstadtrat Erich Leonhartsberger anschlossen. Um ein durchgehendes Betriebsgebiet zischen Gstadt und Kreilhof zu ermöglichen und einen Radweg auf Waidhofner Seite vom Eurospar Richtung Gstadt errichten zu können, wurde die NÖVOG um die Verkürzung der Citybahnstrecke ersucht. Gleichzeitig wurde auf Initiative der SPÖ aber auch der Wunsch deponiert, zwei zusätzliche Haltestellen bei der Firma Oberklammer und beim Eurospar evaluieren zu lasen.

Die Installierung der zwei weiteren Haltestellen werde geprüft, hieß es im Juli seitens der NÖVOG. Ein konkretes Ergebnis liege hier noch nicht vor, hieß es nun auf Nachfrage der NÖN von der Landesverkehrsgesellschaft. Die ersten Ergebnisse sollten jedoch zu Jahresende bzw. Jahresanfang vorliegen.

Fix ist hingegen schon, dass die NÖVOG die Betriebsführung der Citybahn mit Fahrplanwechsel im Dezember 2020 von den ÖBB übernehmen wird und den Zugverkehr in Waidhofen dann fortan von Laubenbachmühle aus steuern wird. Davor werden voraussichtlich im Sommer großräumige Umgestaltungsmaßnahmen bei der Eisenbahnkreuzung beim Hauptbahnhof samt Gleisverschwenkungen durchgeführt werden.

Haltestelle bei HTL wird nicht versetzt

Im Juli kündigte NÖVOG-Geschäftsführerin Komarek außerdem ein Pilotprojekt bei der Sicherung der Eisenbahnkreuzungen, welche im Zuge der Umsetzung der Eisenbahnkreuzungsverordnung notwendig wird, entlang der Strecke an. Eine vereinfachte technische Sicherung solle ausprobiert werden, die Pfeifsignale an den Bahnkreuzungen sollten künftig wegfallen.

Für die Stadt würde dies eine finanzielle Entlastung bedeuten, da sie als Straßenerhalter 50 Prozent der Kosten zu tragen hat.

Man bemühe sich derzeit intensiv darum, diese vereinfachte technische Sicherung umzusetzen, heißt es seitens der NÖVOG. Eine Novelle zur Eisenbahnkreuzungsverordnung sei gerade in Arbeit. Ob darin die Möglichkeit für eine vereinfachte technische Sicherung geschaffen werde, könne man derzeit allerdings noch nicht sagen.

Gegenstand von Gesprächen sei derzeit noch die Umgestaltung der verbleibenden Citybahn-Haltestellen. Komarek hatte hier im Juli eine Renovierung und in weiterer Folge eine generelle Neugestaltung in Aussicht gestellt. Was jedoch nicht kommen wird, ist die Versetzung der Citybahn-Haltestelle bei der HTL auf die andere Gleisseite, wie dies Architekt Ernst Beneder in seinem Stadtprojekt angeregt hatte.

Die geplante Umstellung der Citybahn-Triebwagen von Diesel auf einen umweltfreundlichen Antrieb wird wohl noch einige Jahre dauern. Ein Kooperationsprojekt mit der Fachhochschule St. Pölten ist am Laufen.

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