Neujahrsempfang: „Wachsen heißt Veränderung“. Stadtchef gab Ausblick auf 2020: Betriebsgründe, Wohnungen im Kropfhaus und Waidhofen-App in der Pipeline.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 15. Januar 2020 (04:36)

Zum bereits dritten Mal in Folge stand der Neujahrsempfang der Stadt Waidhofen, der am Freitag im Kristallsaal des Rothschildschlosses über die Bühne ging, unter dem Titel „Miteinander Zukunft vorausdenken“.

Am Podium konnte Moderator Tom Bläumauer heuer mit Anna Mayerthaler (ÖBB Personenverkehr AG), Jasmine Bachmann (Verein Naturparke NÖ), Petra Patzelt (riz up Gründerzentrum) und Rainer Rohregger (Hochkar/Ötscher-Bergbahnen AG) wieder vier hochkarätige Gäste begrüßen. In einer Diskussionsrunde machten sich diese in den Bereichen Mobilität, Natur, Wirtschaft und Tourismus Gedanken über die Erfordernisse einer „progressiven Provinz“, wie Zukunftsforscher Matthias Horx sie beim Neujahrsempfang vor zwei Jahren gezeichnet hatte.

Dabei war man sich einig, dass in allen Bereichen Synergien der Weg zum Erfolg seien. „Eine gute Standortpolitik ist nur mit guter Tourismus-, Natur- und Mobilitätspolitik möglich“, meinte Patzelt. Mayerthaler betonte, dass es neue Mobilitätsformen brauche, die bestmöglich miteinander verknüpft werden sollten, und auch Rohregger hielt fest, dass flexible Anreisemöglichkeiten in die Skigebiete unerlässlich seien. Naturparke-Geschäftsführerin Bachmann gratulierte der Stadt: „Schauen Sie aus dem Fenster und genießen Sie diese wunderbare landschaftliche Vielfalt!“

Arbeit, Wohnen und Bildung im Fokus

Im Anschluss gab Bürgermeister Werner Krammer einen Ausblick auf zentrale Projekte der Stadt in den kommenden Jahren. „Vor fünf Jahren haben wir in unsere ‚Vision 2030‘ Wachstum als Ziel festgeschrieben, um die hohe Lebensqualität in Waidhofen zu erhalten“, führte der Stadtchef aus. „Nun arbeiten wir die Schwerpunkte aus dieser Vision konsequent ab.“

2020 solle der Fokus auf den Bereichen Arbeit, Wohnen und Bildung liegen, erläuterte Krammer. Besonderes Augenmerk gelte nach wie vor der Innenstadt. „Die Innenstadt ist das Herz von Waidhofen. Wir sind bemüht, sie lebendig zu halten.“ Gelingen soll dies etwa dank eines Innenstadtkoordinators, durch Innenstadtmöbel oder die Initiative „Gründung findet Stadt“. Ein kreatives Projekt in der Ölberggasse scharre dabei schon in den Startlöchern, verriet der Stadtchef.

Um Unternehmen in der Region zu halten, befinden sich zwei neue Betriebsgründe auf der Steinauer-Wiese und gegenüber der Firma Bene im Entstehen. Für beide Flächen gebe es bereits Interessenten, freute sich Krammer. Stolz zeigte sich der Bürgermeister auch auf die Entwicklung des Beta-Campus am Bene-Areal auf der Zell. „Hier wird eine Vision, wie man in Zukunft arbeitet, realisiert und eine Verbindung zwischen Arbeiten und Wohnen geschaffen“, sagte Krammer. Dafür gab es kürzlich vom Bund eine Förderzusage über 400.000 Euro. Ein Architekturwettbewerb ist am Laufen. Der Stadtchef zeigte sich zuversichtlich, dass der Spatenstich für das Siegerprojekt bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 erfolgen könnte.

„Hier wird eine Vision, wie man in Zukunft arbeitet, realisiert und eine Verbindung zwischen Arbeiten und Wohnen geschaffen.“Stadtchef Werner Krammer

Im Wohnbereich verwies Krammer auf sieben neue Wohnungen in der ehemaligen Forstfachschulwerkstätte in der Hintergasse und das Kropfhaus, wo ab dem ersten Stock ein Wohnprojekt umgesetzt werden soll. Doch auch auf die Ortsteile werde nicht vergessen, hielt der Stadtchef fest und verwies auf die neue Schatzöd-Siedlung in Konradsheim.

Um den Bildungsstandort zu stärken, sei mit allen Waidhofner Bildungsanbietern ein Prozess gestartet worden, um das bestehende Angebot zu analysieren und auszubauen, führte der Bürgermeister weiter aus. Ein IT-Schwerpunkt an der HTL und ein reformpädagogisches Angebot an der Volksschule seien auf Schiene. Die Sanierung der Sporthalle werde im Sommer starten.

Gearbeitet werde auch an einem leistungsfähigen Breitbandnetz, wobei nur ein Miteinander von Glasfaser und Funk die Lösung sein könne, hielt Krammer fest. 2021 sollen 90 Prozent des Gemeindegebiets mit schnellem Internet versorgt sein.

Der Klimaschutz werde bei allen Überlegungen mitbedacht, hielt der Bürgermeister fest. Der Naturschutz habe in der Stadt schon lange einen hohen Stellenwert, meinte er und verwies auf das im letzten Jahr entwickelte Naturparkkonzept, das einen Naturpark von Opponitz bis Waidhofen mit der Ybbs als verbindendes Element vorsieht. „Ich stelle mir vor, dass es in 20 Jahren eine Naturparkregion vom Wildnisgebiet Dürrenstein über Hollenstein bis nach Waidhofen und weiter bis zur Forstheide gibt“, führte er aus.“

Ganz zentral in der Stadtentwicklung sei auch die Mobilität, sagte der Stadtchef und kündigte Neuerungen bei Citybus und Citybahn (siehe Seite 8) an. Der Hauptbahnhof solle zu einem multimodalen Verkehrsknotenpunkt werden und in den nächsten fünf Jahren sollen Radwegverbindungen in alle Nachbargemeinden geschaffen werden.

Im Verwaltungsbereich möchte man heuer die Bereiche Bauen und Wohnen in einem Servicecenter bündeln. Passieren soll dies im Kröllerhaus neben der Sparkasse. Der Hauskauf soll im Jänner vom Gemeinderat beschlossen werden.

Auch eine Waidhofen-App soll noch heuer realisiert werden. Dadurch würden sich neue Möglichkeiten der Information und Bürgerbeteiligung auftun, ist sich der Stadtchef sicher. „Wachsen bedeutet für die Stadt und die Region, sich zu verändern“, meinte Krammer. „Haben wir keine Angst und gehen wir’s gemeinsam an!“