Nur noch ein paar Monate bis zum Urnengang

2022 wird in Waidhofen/Ybbs gewählt. Welche Parteien treten an und wer führt sie in die Wahl?

Andreas Kössl
Andreas Kössl Erstellt am 18. September 2021 | 05:36
Wahlen in Waidhofen an der Ybbs
Foto: jenny on the moon/shutterstock.com

2022 stehen in der Stadt Waidhofen wieder Gemeinderatswahlen an. Ein Wahltermin steht derzeit noch nicht fest. Ein Wahltermin zwischen Jänner und März gilt jedoch als wahrscheinlich.

2017 wurde in der Statutarstadt am 29. Jänner gewählt. Dabei konnte die Waidhofner Volkspartei unter Bürgermeister Werner Krammer, der damals das erste Mal als Spitzenkandidat seiner Partei ins Rennen ging, die absolute Mehrheit in Waidhofen auf beeindruckende Weise zurückholen. Mit 60,2 Prozent der Stimmen und einer Aufstockung des Mandatsstandes von 20 auf 26 Sitze war die WVP der große Gewinner der Gemeinderatswahl 2017.

„Kandidieren müssen wir, da wir als Bürgerliste mit Hausverstand gebraucht werden.“ Martin Dowalil, Liste FUFU

Als zweiter großer Gewinner ging die Liste FUFU von Martin Dowalil aus der Gemeinderatswahl 2017 hervor. Bei ihrem zweiten Antreten holte die Bürgerliste, die bei der Wahl 2012 ursprünglich als Satire-Projekt gestartet war, 10,2 Prozent der Stimmen und konnte ihren Mandatsstand von zwei auf vier verdoppeln. FUFU-Chef Dowalil wurde Baustadtrat.

Einen Zugewinn konnte 2017 auch die FPÖ verzeichnen. Die Freiheitlichen, die mit Polit-Quereinsteiger Pa trick Schmidtkunz in den Wahlkampf gegangen waren, holten 5,3 Prozent der Stimmen und erhielten ein zweites Gemeinderatsmandat dazu. Doch schon im Oktober desselben Jahres legte Schmidtkunz sein Mandat zurück und kehrte der Waidhofner Gemeindepolitik den Rücken zu. Dieter Bures rückte nach. Ein Wahldebakel erlebte 2017 die SPÖ unter dem damaligen Vizebürgermeister Martin Reifecker. Die Sozialdemokraten, die als SPÖ und Unabhängige angetreten waren, verloren 7,9 Prozentpunkte und kamen auf nur noch 15,5 Prozent der Wählerstimmen. Das bedeutete einen Verlust von vier Mandaten. Seitdem hält die SPÖ im Waidhofner Gemeinderat bei nur noch sechs Sitzen. SPÖ-Chef Reifecker kündigte daraufhin seinen Rückzug während der laufenden Gemeinderatsperiode an. 2019 übergab er die Obmannschaft der Partei schließlich an Armin Bahr, der ihm auch als roter Vizebürgermeister nachfolgte.

Massive Einbußen 2017 für SPÖ und UWG

Massive Stimmeneinbußen musste bei der Wahl 2017 auch die UWG hinnehmen. Die zweite Waidhofner Bürgerliste kam nach 15,5 Prozent fünf Jahre zuvor auf nur noch 4,6 Prozent der Stimmen und musste fünf ihrer bis dahin sechs Mandate abgeben. UWG-Spitzenkandidat Fritz Rechberger nahm daraufhin den Hut und überließ sein Mandat Michael Elsner. Dieser fungiert seitdem als Kontrollausschussobmann im Waidhofner Gemeinderat und führt die UWG seit dem überraschenden Tod Rechbergers nur drei Monate nach der Wahl weiter.

Ein Mandat halten konnten 2017 die Grünen, die nach dem Abgang von Grünen-Urgestein Erich Abfalter mit Matthias Plankenbichler als neuem Spitzenkandidaten in die Wahl gezogen waren. Die NÖN wollte von den Waidhofner Parteien nun, etwa ein halbes Jahr vor der nächsten Gemeinderatswahl, wissen, ob sie 2022 wieder für den Gemeinderat kandidieren werden und wer die Partei als Spitzenkandidat in die Wahl führen wird, ob es Veränderungen im Team gibt und wie intensiv man sich schon auf die Wahl vorbereitet.

Plankenbichler führt Grüne, Bahr die SPÖ an

Wieder als Spitzenkandidat der Grünen wird Matthias Plankenbichler in die Wahl gehen. Erste Wahlvorbereitungen würden derzeit getroffen, Kandidaten sollen zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden, so der Grünen-Mandatar.

Keine Informationen gab es seitens der UWG. „Der Wahlkampf ist noch nicht eröffnet. Aktuell möchte und werde ich daher kein Statement abgeben“, sagt UWG-Gemeinderat Michael Elsner.

Fix ist ein Antreten der FPÖ bei der nächsten Gemeinderatswahl. „Die Vorbereitungen laufen und ein voll motiviertes Team ist auch schon gefunden“, sagt FPÖ-Gemeinderat Karl-Heinz Knoll. Man wolle das Ganze aber noch spannend halten und zu gegebener Zeit alle Kandidaten präsentieren. „Eines sei aber bereits verraten: Ich bin wieder mit dabei, um für unsere schöne Stadt weiterzuarbeiten“, sagt Knoll und merkt an, dass sich weitere Interessierte noch melden könnten.

Wieder der Wahl stellen wird sich auch die Liste FUFU. „Kandidieren müssen wir, da das Demokratieverständnis des Bürgermeisters sehr zu wünschen übrig lässt und wir als Bürgerliste mit Hausverstand gebraucht werden“, sagt Stadtrat Martin Dowalil. Details zum Team könne er noch nicht bekannt geben. „Unsere Wahlvorbereitung beginnt am Samstag vor dem Wahlsonntag“, hält der FUFU-Chef fest.

Mandate Gemeinderat Waidhofen
Mandate Gemeinderat Waidhofen
Hammerl

Bei der SPÖ ist Vizebürgermeister Armin Bahr als Nummer eins gesetzt. „Ich freue mich, die SPÖ Waidhofen als Spitzenkandidat in die nächste Gemeinderatswahl führen zu dürfen“, sagt Bahr. Das SPÖ-Team habe sich bereits im Laufe der letzten beiden Jahre verändert und sei durch Thomas Gattringer, Michael Niedl, Markus Roseneder, Jonas Amenitsch und Johann Reifberger verstärkt worden. Man sei allerdings weiterhin offen, wenn sich Bürger mit ihren Ideen einbringen wollen, hält der SPÖ-Chef fest und meint zur Wahlvorbereitung: „Mein Fokus liegt prinzipiell darauf, die gesamte Periode über gute Arbeit für Waidhofen zu leisten und nicht erst im Wahlkampf damit anzufangen. Wir werden aber sicher unsere Ideen für die nächsten Jahre noch einmal zusammenfassen und präsentieren.“

Zugeknöpft gibt sich noch die WVP. „Die Pandemie hat uns vor große Herausforderungen gestellt und tut dies nach wie vor. Der Fokus unserer Arbeit liegt jetzt klar auf der Arbeit für die Stadt“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „Wir nutzen gerade die Zeit nach dem Sommer aktiv, treiben voran und setzen um, besonders auch im Bereich des Klimaschutzes. Jeder Tag, jede Woche ist notwendig, um daran weiterzuarbeiten und voranzukommen.“

Auch wenn es der Stadtchef noch nicht kommunizieren möchte, ist sein Antreten als WVP-Spitzenkandidat doch so gut wie sicher. Alles andere wäre eine Sensation.