Philharmonisch in den Sommer gestartet. Werke von Franz von Suppé, Edward Elgar und Robert Schumann brachte das Kammerorchester zum Sommerauftakt.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 05. Juli 2019 (04:34)
Leo Lugmayr
Dirigent und Orchesterleiter WolfgangSobotkadankteKonzertmeisterinMarianneVlceckunddemKammerorchester.

Das Waidhofner Kammerorchester schont sich in diesem heißen Sommer in keiner Weise. Am Wochenende luden die Musiker und Orchesterleiter Wolfgang Sobotka dreimal zum Sommerkonzert. Beginnend mit dem abendlichen Konzert in der Basilika Maria Dreieichen im Waldviertel am Samstag lud man am Sonntag zur Matinee in das Schlosscenter Waidhofen und am Abend desselben Tages in den Kolomanisaal des Stiftes Melk.

Am Programm stand Anspruchsvolles: Franz von Suppés Ouvertüre zu „Die schöne Gala-thée“ wurde Edward Elgars Konzert für Violoncello und Orchester in e-Moll op. 85 vorangestellt. Als Solist konnte dafür kein Geringerer als der Solo-Cellist der Wiener Philharmoniker Tamás Varga gewonnen werden. Bereits bei der rezitativartigen Einleitung des ersten Satzes durch das Solocello wurde klar, welch grandioses Werk man hier von einem der gefragtesten Cellisten zu erwarten hatte. Dirigent Wolfgang Sobotka bündelte Orchester und Cellist mit viel Energie zu einem unvergesslichen Gesamterlebnis.

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Tamás Varga gab ein Werk seines Sohnes als Zugabe.

Der Beifall des Publikums war so fordernd, dass sich Tamás Varga zu einer Zugabe überzeugen ließ. Das Werk, das er dem Waidhofner Publikum präsentierte, nennt sich „Ballade in Gelb“ und stammt aus der Feder seines 13-jährigen Sohnes Konrád Varga. Es ist übrigens jenes Stück, das der Vater des jungen Komponisten beim heurigen Avantgarde-Musikfestival Wien Modern in einer Uraufführung aus der Taufe gehoben hatte. Nach der Pause folgte Robert Schumanns Sinfonie Nr. 4 in d-Moll, op. 120, die der Komponist 1841 zum Geburtstag seiner Frau Clara Schumann fertiggestellt hatte. Hohe Musizierkunst und gebündelte Energie ließen ein Werk erstehen, das seiner ursprünglichen Bezeichnung „Sinfonische Fantasie für großes Orchester“ in jeder Weise gerecht wurde.

Bereits am Tag nach den drei Konzerten trafen sich die Waidhofner Musiker zur nächsten Probe, denn am kommenden Wochenende gastiert das Kammerorchester erneut unter der Leitung von Wolfgang Sobotka mit zwei Konzerten in Slowenien. Gegeben wird ein Strauß-Programm, womit das Waidhofner Orchester einmal mehr auf internationaler Bühne zum Botschafter österreichischer Musik wird.