Reispässe für Reiskundschafter im Weltladen. Das Jahr 2020 steht ganz im Zeichen des fair gehandelten Reises. Ziel ist es, Menschen zu motivieren, Konsum umzustellen.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 23. Januar 2020 (05:50)
Raphael Kößl (3.v.l.) und Hermann Wagner (r.) übergaben den vier ersten Reiskundschaftern Stadträtin Beatrix Cmolik, Klara Reichartzeder, Schlosswirt Andreas Plappert und Biobauer Peter Wagner (v.l.) ihre Reispässe.
Hofbauer

2020 ist das Jahr des Reises – zumindest im Weltladen Waidhofen. Dieser startete am vergangenen Freitag seine Kampagne „Premium-Reis zu fairem Preis“.

„Wir wollen mit diesem Schwerpunkt einerseits den Kunden die Reissorten, die es im Weltladen zu kaufen gibt, näherbringen und andererseits Einblicke in die Bedingungen der Reisbauern geben“, sagt Hermann Wagner.

Ziel sei es, dass am Ende des Jahres viele Menschen ihre Einkaufsgewohnheiten umstellen und künftig beim Reiskauf auf die fair gehandelten und großteils biologischen Produkte des Weltladens zurückgreifen. „Wir haben uns bewusst für ein Produkt des alltäglichen Gebrauchs entschieden, das man ganz einfach ersetzen kann, ohne den eigenen Konsum zu erhöhen“, sagt Wagner.

Dass die Reiskampagne durchaus große Bedeutung hat, zeigten die Zahlen, die Katharina Beutl im Rahmen des Pressegesprächs zum Kampagnenstart darlegte. Insgesamt werden pro Jahr 770 Millionen Tonnen Reis produziert, für mehr als die Hälfte der Menschen weltweit ist das Getreidekorn ein Hauptnahrungsmittel. Europäer konsumieren durchschnittlich zehn Kilo Reis pro Kopf pro Jahr, im Hauptanbauland China liegt der Schnitt bei 91 Kilogramm pro Kopf.

„Der Klimawandel stellt auch Reisproduzenten vor große Herausforderungen“, erzählt Beutl. Prognosen sprechen von einem Rückgang der globalen Reisproduktion um 40 Prozent bis zum Ende des Jahrhunderts.

Eine der Herausforderungen, vor der Reisbauern stehen, ist die zunehmende Wasserknappheit, wird doch der Großteil des Reises im Nassanbau kultiviert. 3.000 bis 5.000 Liter Wasser werden dabei pro Kilogramm Reis verbraucht.

Vier fair gehandelte Reissorten im Weltladen

Besonders schwer haben es hier die Kleinbauern. Um diese zu unterstützen, bietet der Weltladen fair gehandelte Reissorten an – insgesamt vier am Stück: Der Hom-Mali-Reis ist sowohl als geschliffener Langkornreis (weißer Jasminreis) als auch als Naturreis (brauner Jasminreis) erhältlich und stammt aus Thailand.

Der Basmati-Reis stammt aus Nordindien, der Lila Reis – eine Mischung traditioneller Lang- und Rundkornreissorten – aus Laos. Allen gemeinsam ist den vier Reissorten, dass ihnen keine künstliche Parfümierung oder andere, billige Reissorten beigefügt sind. Alle Reissorten (außer der Lila Reis) wurden zudem in kontrollierter biologischer Anbauweise kultiviert.

Um die Fairtrade-Reissorten bekannt zu machen, sind im „Jahr des Reises“ eine Vielzahl an Aktivitäten seitens des Weltladens Waidhofen geplant – unter anderem Verkostungen, Besuche von Reisbauern, eine Kooperation mit den lokalen Gas tronomen oder das Weltladen-Filmzuckerl „Unser Saatgut“ (siehe unten).

Herzstück der Kampagne ist aber der „Reispass“ – bewusst in Form eines Reisepasses gehalten. Mit diesem können Kunden des Weltladens Stempel sammeln – pro halbem Kilogramm gekauftem Reis erhält man einen Stempel – und dann an einem Gewinnspiel teilnehmen.

Als Hauptpreis gibt es eine marokkanische Tajine, in der sich Reisgerichte zubereiten lassen, zu gewinnen. Zum Abschluss des Kampagnenauftakts gab es noch das Reisgericht des Monats Jänner zu verkosten: ein Pilaf, zubereitet von Hermann Wagner – natürlich mit biofairem Basmatireis.