Revoluzzer im Schlosshof . Österreichische Tragikomödie beim Schlosshofkino. Johanna Moder und Manuel Rubey zu Gast.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. August 2020 (04:11)
Manuel Rubey und Marcel Mohab spielen Hauptrollen in „Waren einmal Revoluzzer“. Zu sehen ist der Film am Dienstag, 18. August, beim Schlosshofkino. Darsteller Manuel Rubey kommt zu einem Filmgespräch nach Waidhofen.
Filmladen,Freibeuter Film

Zum bereits zehnten Mal lädt der Verein Filmzuckerl in Kooperation mit der Stadt Waidhofen im August im Rahmen der Sommerkino-Initiative des Landes Niederösterreich zum Schlosshofkino in den Schlosshof von Schloss Rothschild. Der Fokus liegt dabei heuer auf dem österreichischen Film.

Nach dem deutsch-österreichischen Dokumentarfilm „Born in Evin“ und dem deutsch-österreichischen Thriller „7500“ steht beim Schlosshofkino am Dienstag, 18. August, die österreichische Tragikomödie „Waren einmal Revoluzzer“ von Regisseurin Johanna Moder am Programm.

Auch Regisseurin Johanna Moder wird als Gast in Waidhofen erwartet.
Filmladen, Freibeuter Film

Nach „High Performance – Mandarinen lügen nicht“, der 2014 beim Schlosshofkino zu sehen war, nimmt die 41-jährige Regisseurin in ihrem zweiten Langfilm die Generation Y aufs Korn. Der Film kreist um Helene (Julia Jentsch), die alles im Griff hat. Sie ist Richterin, hat zwei Kinder, eine geräumige, freundlich-stylish eingerichtete Altbauwohnung in Wien, ein Wochenendhäuschen im Waldviertel und einen Lebensgefährten, der sie ehrlich liebt. Jakob (Manuel Rubey) ist Musiker, vor längerer Zeit hatte er sogar mal einen veritablen Hit. Bis jetzt ist dem allerdings noch keiner nachgefolgt, eine Tatsache, über die sich Helenes alter Freund Volker (Marcel Mohab) gerne lustig macht. Volker ist nämlich erfolgreich, und das reibt er Helene und Jakob gerne unter die Nase, aber eh freundschaftlich. Denn für echten Neid aufs Familienglück gibt es keinen Grund, schließlich ist Volker happy mit seiner jüngsten Eroberung – bzw. seiner jetzt endlich wirklich großen Liebe –, der Künstlerin Tina (Aenne Schwarz).

Max-Ophüls-Preis und Drehbuchpreis

Dann hat Volker einen Termin in Moskau, und Helene eine Idee: Könnte er nicht für Pavel (Tambet Tuisk), ihren Ex aus der wilden alten Zeit, ein kleines Paket mitnehmen? Pavel ist nämlich Dissident und im Moskauer Untergrund, und er bräuchte dringend Unterstützung. Nach kurzem Widerstand stimmt Volker zu, trifft Pavel, betrinkt sich mit ihm und nach viel zu viel Wodka regt sich der alte Revoluzzer in ihm, und er hat die absolut geniale Idee: Wir müssen Pavel nach Österreich in Sicherheit bringen!

Er schafft es tatsächlich, falsche Papiere aufzutreiben, und Helene freut sich darauf, ihren alten Lover zu retten. Doch was sie nicht weiß: Pavel kommt nicht alleine, sondern mit seiner Frau Eugenia (Lea Tronina) und dem gemeinsamen Baby. Und das ruiniert das komplette Hilfskonzept. Eine komplette Familie, damit hat niemand gerechnet. Und erst recht nicht damit, dass diese Familie nicht aus demütigen Dankesagern besteht, sondern durchaus ihre eigene Vorstellung vom Exil hat.

„Waren einmal Revoluzzer“ wurde heuer mit dem Max-Ophüls-Preis für die beste Regie und dem Thomas-Pluch-Drehbuchpreis ausgezeichnet.

Regisseurin Johanna Moder und Darsteller Manuel Rubey werden am Dienstag, 18. August, beim Schlosshofkino in Waidhofen anwesend sein und dem Publikum im Anschluss an die Vorstellung im Rahmen eines Filmgesprächs Rede und Antwort stehen.