Rotes Kreuz: Helfen als Leidenschaft. Hannah Aichmayer und Georg Bichler versehen derzeit Dienst beim Roten Kreuz Waidhofen. Hannah im Rahmen des freiwilligen Sozialjahres und Georg als Zivildiener.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 17. August 2018 (05:00)
„Wir helfen gerne“, lautet das Credo von Hannah Aichmayer und Georg Bichler, die im Rahmen eines Freiwilligen Sozialjahres bzw. als Zivildiener Dienst beim Roten Kreuz Waidhofen leisten.
Schleifer-Höderl

„Für uns ist es echte Überzeugung, beim Roten Kreuz mitzuarbeiten – eigentlich selbstverständlich“, erklären die beiden 20-jährigen Mostviertler Hanna Aichmayer und Georg Bichler, die derzeit Dienst beim Roten Kreuz Waidhofen leisten.

Hannah stammt aus Ertl und absolvierte die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik in Amstetten, der Sonntagberger Georg ist gelernter Metallbautechniker und arbeitet bei der Firma Metalltechnik Schiefer in Allhartsberg.

„Ich habe schon in der Schule viel vom Roten Kreuz gehört und auch, dass es seit zwei Jahren die Möglichkeit gibt, ein freiwilliges Sozialjahr abzuleisten. Da ich schon immer die Rettungssanitäterausbildung machen wollte, habe ich mich dann auch dafür entschlossen“, berichtet Hannah, die noch bis 31. August beim Roten Kreuz Waidhofen tätig sein wird. „Ich habe dieses Jahr sinnvoll genutzt und habe viel gelernt – auch für mein weiteres Leben.“

"Das Schönste überhaupt ist es, wenn man ein Lächeln und ein Dankeschön von jenen bekommt, denen man helfen konnte."Hannah Aichmayer und Georg Bichler

Georg hat seine Lehre abgeschlossen und sich bewusst für den Zivildienst beim Roten Kreuz entschieden, den er bis Endes des Jahres absolviert. „Ich habe es keine Minute bereut. Es hat mir echt getaugt, die Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht zu haben. Zudem habe ich hier neue Freunde gewonnen und werde auch freiwillig weiterhin beim Roten Kreuz bleiben, auch wenn ich im kommenden Jahr die Metallbautechniker-Meisterprüfung angehe.“

Auch Hannah bleibt dem Roten Kreuz als Freiwillige erhalten, obwohl sie ab Oktober in Wien mit dem Studium der Bildungswissenschaften beginnt. „Ich bin das Landei schlechthin und will trotz allem meinen Lebensmittelpunkt weiterhin hier im Ybbstal haben. Logo, dass ich einen Teil meiner Freizeit auch weiterhin der guten Sache, dem Roten Kreuz, widme.“

Die jungen Ybbstaler haben in den letzten Monaten erfahren, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, gesund zu sein, und wie essenziell es ist, Hilfe zu bekommen, wenn man sie benötigt. „Es fällt uns schon auf, dass viele Leute wegschauen, wenn es darum gehen würde, einem Mitmenschen behilflich zu sein. Erschreckend finden wir auch, wenn auf der Autobahn oder Schnellstraße eine Rettungsgasse gebildet werden sollte, sich allerdings niemand daran hält. Und wenn eine Rettungsgasse gebildet wird, fahren immer wieder rücksichtslose Autofahrer durch diese. Das erschwert den Einsatzkräften die Arbeit enorm. Denkt denn keiner da-ran, dass es da oft um Leben und Tod gehen kann?“

Überzeugungsarbeit im Freundeskreis geleistet

„Wir helfen gerne“, lautet das Credo von Hannah und Georg – und mit dieser beispielhaften Einstellung haben sie auch im eigenen Freundeskreis schon Überzeugungsarbeit geleistet. „Einige meiner Freundinnen interessieren sich jetzt auch für die Saniausbildung“, sagt Hannah.

„Und bei mir haben sich zwei Freunde dazu entschlossen, ihren Zivildienst beim Roten Kreuz abzuleisten“, freut sich Georg. „Es ist wichtig, dass wir Jungen erkennen, dass das Rettungswesen, so wie es in Österreich abläuft, eine großartige Sache ist, die es wert ist, unterstützt zu werden. Viele andere Länder auf der Welt beneiden uns darum. Es liegt daher auch an uns, weiterhin für diese flächendeckende Versorgung zu sorgen. Es macht uns stolz, für andere da zu sein, uns sozial im Team zu engagieren. Das Schönste überhaupt ist, wenn man ein Lächeln und ein Dankeschön von jenen bekommt, denen man helfen konnte.“