Rothschildschloss: Musik für Tafel und Saal. Fünf Trompeter brachten das Rothschildschloss „aus allen Ecken und Enden“ zum Klingen. Musik gab es von John Dowland bis zu einer Arrangement-Premiere von Gustav Mahler.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 05. August 2020 (03:48)
Leonid Belaieff begleitete die Trompeter Lukas Zeilinger, Karl Hemmelmayer, Alexander Kastner, Gernot Kahofer und Hermann Maderthaner (von links) bei Musik von Gustav Mahler am Klavier.
Lugmayr

Das ist vielleicht die Lösung für künftige Konzertveranstaltungen: Ein Teil des Publikums nimmt an Esstischen Platz, ein Teil besiedelt in gegebenem Abstand die Sitzreihen. So arrangiert wurden die Gäste beim Konzert „Faszination Trompetenklang“ am Freitag im Waidhofner Rothschildschloss.

Der erste Teil des Konzertes wurde von den Emporen der Arkaden gegeben. Die fünf Trompeter Lukas Zeilinger, Karl Hemmelmayer, Alexander Kastner, Gernot Kahofer und Hermann Maderthaner ließen Signale aus der 1. Symphonie sowie den Schluss-Choral und das Posthorn-Solo aus dessen 3. Symphonie von Gustav Mahler erklingen. Dazu servierte Schlosswirt Andreas Plappert erlesenes aus Küche und Keller. Ein gas tro-musikalisches Zusammenspiel auf hohem Niveau in bester Tafelmusik-Tradition. Es folgte Musik von John Dowland aus dem elisabethanischen England und englische Barockmusik von Henry Purcell.

Nach einem Scherzo des amerikanischen Zeitgenossen John Cheetham, das Hermann Maderthaner als Solist wunderbar zur Geltung brachte, legte die Gesellschaft das Essbesteck zur Seite und übersiedelte in den Kristallsaal, wo sie von Pianist Leonid Belaieff mit zwei Sätzen aus der Englischen Suite von Johann Sebastian Bach empfangen wurde.

Eine Überleitung in die Romantik folgte mit Sonntagsmorgen, op. 77, von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

In einer Premiere der besonderen Art ließen die sechs Musiker Fragmente aus Gustav Mahlers Symphonien zu einem Werk für fünf Trompeten und Klavier verschmelzen.

Standing Ovations wurden mit der Trompetenfassung der Bohemian Rhapsody von Queen-Mastermind Freddy Mercury belohnt.