Serge Öhn: Chansons mit Witz. Serge Öhn hat sich mit abgründigen Chansons mit Witz einen Namen gemacht. Derzeit wird an einem zweiten Album gearbeitet.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 22. Juli 2021 (05:03)
Serge Öhn aus Waidhofen sorgt mit seiner Gruppe für abgründige Chansons mit viel Witz.
Serge Öhn, Serge Öhn

Die Gruppe Serge Öhn rund um den aus Waidhofen stammenden Liedermacher Georg Pöchhacker nimmt nun schon seit über zehn Jahren ihr Publikum mit auf eine bildgewaltige Reise durch verschiedene musikalische Genres wie Wienerlied, Chanson und Indie. Wir sprachen mit Georg Pöchhacker über die bisherige Bandgeschichte, den Entstehungsprozess der Lieder und Zukunftspläne.

Pöchhacker begann als Kind in der Musikschule Blockflöte, Klavier und Tenorhorn zu lernen und feierte mit der Blockflöte auch Erfolge bei Wettbewerben. Mit 13 Jahren entwickelte sich dann ein Interesse für die Gitarre und er begann, sich das Instrument im Selbststudium beizubringen.

„Eine der ersten Inspirationen waren auf jeden Fall Nirvana. Und ich weiß nicht mehr genau, ob das davor oder danach war, aber irgendwann habe ich im Kinderfernsehen bei ,Ich und Du‘ Reinhard Fendrich gesehen, der hat dort die Gitarre vorgestellt, und ich habe mir gedacht: Das wäre ja interessant. Dann hat mein Vater auf einem Ball bei der Tombola eine Gitarre gewonnen und die habe ich mir immer wieder ausgeborgt und herumprobiert. Ich habe dann auch versucht, die Gitarre mit den Stereo-Kopfhörern von meinem Gameboy zu verstärken.

Erste E-Gitarre aus Ferialarbeitslohn

Von meinem ersten Ferialarbeitslohn habe ich mir dann eine E-Gitarre und einen Verstärker gekauft“, erinnert sich Pöchhacker an seine Anfänge als Gitarrist. Gemeinsam mit Philipp Starkl, Andreas Leitner und Oliver Dötzl gründete er bald die Indie-Band Spasm, die in der zweiten Hälfte der Neunziger viele Auftritte im Mostviertel absolvierte. Es folgten die Projekte Murayana und Affenhand, bei denen unter anderem ebenfalls Andreas Leitner und Philipp Starkl beteiligt waren.

Neben dem instrumentalen Ausdruck war jedoch zudem immer das Schreiben von Texten ein wichtiger Teil des künstlerischen Outputs von Pöchhacker. So entstanden einige Lieder, die schließlich den Startschuss für das Projekt Serge Öhn darstellen sollten. Die Ursprungsbesetzung bestand neben Georg Pöchhacker aus alten Freunden und Bandkollegen aus Waidhofen und zwar Andreas Leitner am Schlagzeug, Philipp Starkl am Bass und Maria Putz am Gesang.

Erweiterungen der Ursprungsbesetzung

Später übernahm Monika Hasleder den Bass, Maria Putz verließ die Gruppe und Phillip Schmiedlechner (Gitarre) und Bernhard Scheiblauer (Keyboards) stießen dazu. Serge Öhn kollabieren aber auch immer wieder gerne mit anderen Künstlern: So gab es zum Beispiel zwei gemeinsame Auftritte mit dem Besten Chor vor der Autobahn, während Stefan und Lukas Pöchhacker Violine und Cello für das Album „Heiliger Mann“ beisteuerten.

Von Bedeutung in der Geschichte der Band ist die Zusammenarbeit mit der Künstlervereinigung krokodil. Öhns Texte spielen seither viel mit Mehrdeutigkeiten. Es sind Bilder, die jeder anders auffasst. „Der Text ist schon wichtig und ein großer Teil von dem, was Serge Öhn ausmacht“, meint Georg Pöchhacker dazu.

2015 erschien das erste Album der Band unter dem Titel „Heiliger Mann“ als Musikkassette. Derzeit arbeiten Serge Öhn intensiv an ihrem zweiten Album sowie an Musikvideos. In den letzten Jahren wurden neue In strumente und Klangfarben in den Bandsound integriert, insbesondere das Klavier hat großen Einfluss auf neues Material.