Startschuss für GeWoZu. Bau des gemeinschaftlichen Wohnprojekts in der Sergius-Pauser-Straße in Waidhofen/Ybbs ist angelaufen.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:23)
Martin Pichler (Architekturbüro w30), Andreas Grillneder, Jakob Anger und Matthias Heigl (alle Verein GeWoZu), Bernhard Fluch (Holzspezis), Christian Hirtenlehner und Johann Schneckenleitner (beide Hirtenlehner Bau), Bürgermeister Werner Krammer und die Stadträte Fritz Hintsteiner und Martin Dowalil (von links) nahmen den Spatenstich vor.
Lisa Hofbauer

Es ist so weit: Der Startschuss für den Bau des Wohnprojekts „GeWoZu“ (kurz für „Gemeinschaftlich Wohnen, die Zukunft“) ist gefallen. Am vergangenen Dienstag erfolgte der offizielle Spatenstich, die Bauarbeiten sind bereits zuvor angelaufen.

Zwölf Parteien sollen in dem neuen Wohnprojekt des Vereins GeWoZu Platz finden. Sie alle sollen nicht nur nebeneinander, sondern miteinander unter einem Dach leben – das ist die Grundidee des Wohnprojekts. Das 2.622 Quadratmeter große Grundstück, das der Verein für sein Wohnprojekt angekauft hat, liegt mitten in der Sergius-Pauser-Straße. Dort wird bereits eifrig gebaut – das Haus soll noch heuer stehen. Im kommenden Jahr macht man sich dann an die Inneneinrichtung. Der Einzug ist im Sommer 2021 geplant.

Der Plan des gemeinschaftlichen Wohnprojekts wurde von den Bewohnern gemeinsam mit dem Architekturbüro w30 entworfen. 
GeWoZu

Die Grundidee des Wohnprojekts ist, wie der Name schon verrät, ein gemeinschaftliches Wohnen. Es gibt insgesamt zwölf Wohnungen – „allesamt vollwertige Wohnungen, mit Küche, Bad und allem, was dazugehört“, erklärt Jakob Anger, einer der Initiatoren des Projekts. Die Wohnflächen sind bewusst klein gehalten, um auch den Mietpreis möglichst gering zu halten. Dafür soll es große Gemeinschaftsflächen, wie eine Gemeinschaftsküche, Gästezimmer oder eine Werkstatt, geben, die von allen Bewohnern gemeinsam genutzt werden können. Gleichzeitig wird auch auf eine effiziente und achtsame Ressourcennutzung Wert gelegt.

Hinter dem Wohnhaus befindet sich ein großzügiger Garten, der Platz für einen Kinderspielplatz und Erholungsraum bietet. Jede Wohneinheit verfügt entweder über einen Balkon, eine Terrasse oder einen Gartenzugang.

„Besonders freut es uns, dass wir mit dem Klimaaktiv-Zertifikat in Gold ausgezeichnet wurden, da bei uns sowohl bei der Planung als auch jetzt bei der Umsetzung die Nachhaltigkeit im Vordergrund stand“, sagt Anger. Mit dem Klimaaktiv-Zertifikat werden Gebäude prämiert, die sich in Sachen Ökologie und Energieeffizienz auszeichnen.

Derzeit sind noch vier der insgesamt zwölf Wohneinheiten frei. Diese haben eine Größe von ungefähr 40, 50, 60 und 70 Quadratmetern, Grundrisse können auf der Homepage des Vereins (www.gewozu.at) angesehen werden.

Bewerbungsprozess vor Aufnahme

Bewirbt man sich für eine dieser Wohnungen, muss man zunächst einmal einen Bewerbungsprozess durchlaufen und zwei bis drei Monate lang bei der Planung mithelfen. „Da wir ja eine Gemeinschaft sein wollen, ist es wichtig, dass wir mit den Bewerbern sowohl menschlich gut auskommen, als auch ähnliche Interessen vertreten“, erklärt Anger. „Mit einem Bewerbungsprozess kann geschaut werden, dass es für beide Seiten passt.“

Wichtig sei den Projektinitiatoren auch eine Durchmischung aller Generationen. „Bei uns sind sowohl ältere Personen als auch junge Familien und Alleinerzieher oder Singles willkommen“, sagt Anger. Gerade für ältere, alleinstehende Personen sei das Wohnprojekt attraktiv, da einerseits die Wohnungen klein und leistbar sind, andererseits die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens auch auf gegenseitiger Hilfe beruht.
Interessenten können sich jederzeit bei den Vereinsmitgliedern melden und das Grundstück besichtigen. Auch bei einem Infoabend, der aufgrund der Coronakrise online abgehalten wird, kann man sich nähere Infos zum Projekt einholen.