UWG-Mandatar Elsner: „Ich werde nicht mehr antreten“

UWG-Mandatar Michael Elsner wird bei der Gemeinderatswahl 2022 in Waidhofen/Ybbs nicht mehr kandidieren. Die UWG ist damit wohl Geschichte.

Andreas Kössl
Andreas Kössl Erstellt am 13. Oktober 2021 | 06:06
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UWG-Mandatar Michael Elsner wird nach 15 Jahren im Gemeinderat bei der im nächsten Jahr anstehenden Wahl nicht mehr kandidieren. Die UWG wird damit wohl Geschichte sein.
Foto: privat

NÖN: Anfang des kommenden Jahres stehen in Waidhofen Gemeinderatswahlen an. Werden Sie mit der UWG wieder kandidieren?

Michael Elsner: Nein, ich werde nicht mehr antreten.

Heißt das, dass die UWG damit Geschichte sein wird?

Elsner: Da ich derzeit der einzige Mandatar bin, müsste ich eine Kandidatur der UWG einbringen. Wenn sich jemand von den ehemaligen UWG-Kandidaten meldet, bringe ich denjenigen gerne ein. Ich kann es mir aber nicht vorstellen. Für mich ist die Sache jedenfalls zu Ende.

Sie haben mehrfach gesagt, dass Sie es für sinnvoll erachten, wenn sich die kleinen Waidhofner Listen für die Wahl zusammentun. Warum ist daraus nichts geworden?

Elsner: Ich habe mehrmals versucht, sowohl mit der SPÖ als auch mit der Liste FUFU eine andere Vereinigung zu finden. Ich kann es nur wiederholen: Vom D’Hondtschen Wahlsystem profitiert die größte Partei und jede zusätzliche Partei ist für die kleineren Listen fatal. Ich glaube, die UWG hätte gemeinsam mit der SPÖ und der Liste FUFU die gleiche Zielgruppe ansprechen können. Auch die Grünen hätte man dazunehmen können. Die FPÖ wollte ich bewusst nicht, weil sie eine andere Zielgruppe anspricht. Von denen, mit denen ich mir aber ein gemeinsames Antreten hätte vorstellen können, haben alle nein gesagt. Sie wollen ihren eigenen Weg gehen. Ich wollte mich aber auch nicht einer anderen Fraktion anschließen.

Sie werden sich also ganz aus der Gemeindearbeit zurückziehen?

Elsner: Ich schaffe es zeitlich einfach nicht mehr. Und ganz ehrlich: Nach 15 Jahren ist die Luft auch ein bisschen draußen.

Die UWG hat bei der letzten Gemeinderatswahl fünf von sechs Mandaten verloren. Die Liste FUFU hat dafür von zwei auf vier Mandate aufgestockt. Ist in Waidhofen nur Platz für eine Bürgerliste?

Elsner: Eine Bürgerliste wird immer funktionieren. Zwei Bürgerlisten fischen aber immer im gleichen Teich. Es wird immer Wähler geben, die Alternativen wollen, und Protestwähler, die – aus welchen Gründen auch immer – unzufrieden sind. In den Anfangsjahren der UWG war es das Ziel, der ÖVP Wähler wegzunehmen. Da wurde stark auf bürgerliche Wähler abgezielt. Das hat vor allem 2012 gut funktioniert. Danach ist die Enttäuschung eingetreten. Wenn man genau jene Zielgruppe anspricht, die auch eine ÖVP bedient, man aber keine Entscheidungsgrundlage hat, dann denken sich viele, da kann ich auch gleich die ÖVP wählen. Das ist die Schwierigkeit.

Die Zeit für die UWG ist also einfach gekommen?

Elsner: Der plötzliche Tod von UWG-Gründer Friedrich Rechberger damals kurz nach der Wahl 2017 hat mich extrem getroffen. Wir haben in der politischen Arbeit alles zusammen gemacht. Als ich bei der UWG vor 15 Jahren begonnen habe, gab es eine klare Zielgruppe. Da war der Kubus, da gab es Stadterhaltungsthemen. Wir waren damals zu viert, haben unsere Stärken gekannt und unsere Arbeit ist gut angekommen. Als wir dann größer geworden sind – und das ist das Schwierige bei jeder Liste – war die Frage, was ist unsere Identität? Eine Liste ist keine Partei, das sind Einzelpersonen mit unterschiedlichen Interessen. Schon vor der letzten Wahl hat uns intern beschäftigt, wo man sich positionieren soll.

Sie werden aber noch bis Ende der Gemeinderatsperiode als UWG aktiv bleiben?

Elsner: Ich werde das selbstverständlich ordnungsgemäß zu Ende führen. Ich bin Vorsitzender des Kontrollausschusses. Diese Arbeit macht mir Spaß und dafür nehme ich mir Zeit.

Wenn Sie die zu Ende gehende Gemeinderatsperiode Revue passieren lassen, welche Themen haben sie da vorgegeben?

Elsner: Ich habe mich in dieser Periode außer in meiner Funktion als Kontrollausschuss-Obmann sehr zurückgezogen. Man hat mir aber den Eindruck gegeben, dass mein Wort schon Gewicht hat. Ich traue mich zu sagen, dass ich mich als Gemeinderat bei den Budgetthemen ganz gut auskenne. Man hat im Budget schon Vorschläge aus den Kontrollausschüssen heraus übernommen. Als Obmann des Kontrollausschusses habe ich den Fokus stark darauf gelegt, den inneren Bereich des Magistrats zu verbessern. Da bin ich auch sehr froh, dass alle so mitgetan haben.