Volksbühne spielte bei "My Fair Lady" groß auf. Beachtliche Ensemble-Leistung, herausragende Karin Komatz als Eliza Doolittle.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 10. Juli 2019 (03:43)
Esther Großberger (Clara), Sabine Halbwirth (Mrs. Hill), Otmar Pils (Prof. Higgins), Rosemarie Andrews (Mutter Higgins) und Thomas Krall (Pickering) (v.l.) als feine Gesellschaft beim Pferderennen in Ascot.
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Bei Kaiserwetter ging am Freitag die Premiere der Volksbühne-Produktion „My Fair Lady“ über die Schlosshofbühne. Dabei wagt sich die renommierte Laienbühne an eine Herausforderung. Das Musical „My Fair Lady“ – für Waidhofen von Regisseurin Uschi Nocchieri wunderbar als musikalische Komödie zurechtgeschrieben – wurde toll in Szene gesetzt.

Herausragende Leistung: Karin Komatz als Eliza Doolittle.
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Die Inszenierung startet grandios: In einer turbulenten, fein choreografierten Szene am Blumenmarkt machen die Statisten gute Figur. Die Komparsen – unter ihnen debütierende Jungmimen wie Antonia Michels, Jakob Pschorn sowie Florian und Hannah Marcik – sorgen für einen erfrischenden Auftakt.

Thomas Krall gibt in dem Stück wirklich mit Stil den alternden Oberst Pickering. Mit Nonchalance inszeniert sich Otmar Pils als Sprachwissenschaftler Prof. Henry Higgins als dessen Widerpart. Aus dem Ensemble ragt Karin Komatz heraus. Sie glänzt in der Rolle der Eliza Doolittle: eloquent, pfiffig, unglaublich wandlungsfähig, im Gesang einfach eine Wucht!

Das gesamte Ensemble bringt sich toll ein. Wunderbar, wie Nicole Kronsteiner die bigotte und etepetete-steife Haushälterin mit Leben erfüllt. Esther Großberger beeindruckt in einer Gesangsrolle. Rosemarie Andrews spielt nicht, sondern lebt die feine Lady Mrs. Higgins. Günter Königswenger gibt gekonnt den tollpatschigen Taschendieb. Werner Fally glänzt als Patriarch und Schlitzohr. Für alle: Bravo!

Herzhafte Dialoge: Otmar Pils und Werner Fally (v.l.).
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