Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 18. Januar 2017, 04:55

SPÖ will „VP-Absolute brechen“. Die SPÖ tritt erstmals mit sieben unabhängigen Kandidaten auf ihrer Liste zur Wahl an. Mit einer WY-Card möchte man den öffentlichen Verkehr billiger machen.

Die Einführung einer WY-Card fordern die Listenvorderen der SPÖ, die zwei Unabhängigen Armin Bahr und Gabriele Weber sowie Vizebürgermeister Martin Reifecker, Alfred Beyer und Erich Leonhartsberger (v.l.)  |  NÖN

Die Waidhofner SPÖ tritt bei der Gemeinderatswahl am 29. Jänner erstmals als Liste „SPÖ & Unabhängige“ an, ein niederösterreichweit neues Experiment. Dass es ein mutiger Schritt ist, gestanden die fünf Kandidaten, die sich der Presse stellten, ein. „Das ist – wie unser Konzept – für die nächsten Jahre ein Zukunftsprogramm“, sagte Vizebürgermeister und SPÖ-Listenerster Martin Reifecker.

Erich Leonhartsberger – hinter Reifecker Listenzweiter – attestierte der Arbeit in der abgelaufenen Periode eine gemischte Bilanz. „Am Beginn stand der Wille zum Sparen im Vordergrund. Aber mit Übernahme des Bürgermeisteramts durch Werner Krammer explodierte das Defizit.“ Alfred Beyer ergänzt: „Das war auch der Grund, warum wir den Budgets der letzten drei Jahre nicht mehr zugestimmt haben.“

„Ziel ist es, so stark zu sein, dass die WVP die absolute Mehrheit nicht erreicht“

Der Langzeitmandatar auf der SP-Liste ließ sich just auf das unsichere elfte Kampfmandat setzen. „Die SPÖ verfügt derzeit über zehn Mandate. Wenn unsere Arbeit vom Wähler anerkannt wird, dann gewinnen wir dieses Mandat dazu und ich mache weiter“, so Beyer. Sollte dem nicht so sein, wolle sich der 70-Jährige aus der Gemeindepolitik zurückziehen.

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Auf die Frage nach dem erklärten Wahlziel sagt Reifecker: „Ziel ist es, so stark zu sein, dass die WVP die absolute Mehrheit nicht erreicht.“ Diese hält derzeit 20 der 40 Gemeinderatssitze.
Inhaltlich setzt sich der SP-Klub hohe Ziele: „Wir wollen dafür sorgen, dass die Finanzen in Ordnung kommen“, so Reifecker.

Weitere Arbeitspunkte des Zukunftsprogramms der Plattform sind, die Stadt noch lebenswerter zu machen, den innerstädtischen Radweg zu komplettieren, eine Ladetankstelle für Elektrobikes zu errichten, überdachte Radständer zu installieren sowie eine WY-Card einzuführen. Unter letzterer stellt sich Reifecker eine Servicekarte vor, die mit der jährlichen Einmalzahlung von 39 Euro als Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr gelten soll.

Ideen: WY-Card und Kautionsfonds

Der in Eisenerz aufgewachsene und auf dem sicheren Listenplatz sieben gesetzte unabhängige Kandidat Armin Bahr wünscht sich einen Kautionsfonds für Hausstandsgründer. „Die Kautionen für Wohnungen sind in Waidhofen sehr hoch und kommen zu den hohen Mietkosten noch hinzu. Das können sich viele junge Leute nicht leisten. Hier könnte die öffentliche Hand helfen.“

Der unabhängigen Kandidatin Gabriele Weber stößt die Politik des Angstmachens durch die Waidhofner FPÖ sauer auf: „Das hat mich motiviert, in die Politik einzusteigen.“ Die in Hollenstein geborene Bildungsberaterin (beim BFI Amstetten) möchte auf die Themen Kultur und Bildung setzen.

Kritik setzte es an der Personalpolitik von Bürgermeister Werner Krammer. „Manche Positionen im Umfeld des Bürgermeisterbüros sind überbesetzt, während im Bauhof und beim Wasserwerk Arbeitskräfte fehlen“, sagte Beyer.