Wohnen am Lokalbahnhof

Mitte November fiel der Startschuss für 35 neue Wohnungen mit Klimakonzept in Waidhofen/Ybbs.

Erstellt am 04. Dezember 2021 | 04:31
Lesezeit: 2 Min
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Bürgermeister Werner Krammer, Stadtrat Franz Sommer, Vorstandsdirektor der WAV Bau- und Siedlungsgenossenschaft Manfred Damberger, Stadtrat Fritz Hintsteiner, Leiter der Liegenschaftsabteilung Matthias Pialek und Vizebürgermeister Mario Wührer (von links).
Foto: Magistrat Waidhofen

Wie die NÖN berichtete, soll am Gelände neben dem Lokalbahnhof ein neues Wohnprojekt entstehen. Zu diesem Zweck beschloss der Gemeinderat Anfang November den Verkauf eines 1.742 Quadratmeter großen Grundstücks neben dem Bahnhofsgebäude.

Dort sollen drei Wohnbauten mit insgesamt 35 Wohnungen entstehen. Ein besonderer Fokus soll dabei auf Klimafreundlichkeit gelegt werden. Ursprünglich hätte auf dem Gelände ein neues Sicherheitszentrum errichtet werden sollen, dies wurde aber von den Anrainern verhindert. Vor zwei Wochen erfolgten nun die Abbrucharbeiten und damit der Startschuss für das neue Wohnprojekt.

„Mit diesem Vorhaben bieten wir jungen Waidhofnern eine Perspektive – ohne Ältere zu überfordern. Gleichzeitig unterstreichen wir unseren modernen Zugang bei Bauprojekten mit einem umfassenden Mobilitätskonzept und hohen Umweltstandards“, erklärt Bürgermeister Werner Krammer.

Die geplante Wohnhausanlage soll den neuesten Energiesparstandards entsprechen und sich lückenlos in das gegebene Ortsbild einfügen. Die Stadt will damit auch einen weiteren Baustein für mehr grünes Leben in Waidhofen setzen. Inkludiert ist auch ein umfassendes Mobilitätskonzept, das neben der öffentlichen Anbindung vor allem Carsharing forciert. Den Bewohnern der Anlage werden zwei Elektroautos zum Carsharing zur Verfügung gestellt. In der Tiefgarage wird eine E-Ladestation zum Laden der Fahrzeuge eingeplant. Zusätzlich werden auch E-Bikes zur Verfügung gestellt. Auch bei den Gebäuden selbst soll auf Klimaverträglichkeit geachtet werden. So ist auch die Begrünungsoffensive ein wichtiger Teil des Projekts. Die Dächer der Wohnkomplexe sollen begrünt werden. Bäume, Gräser und Sträucher, die im Sommer auch zur Abkühlung dienen, sind rund um das Areal geplant. Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern sollen der Erzeugung von Strom für E-Bikes und E-Autos dienen.

Leistbares Wohnen mit Klimaverträglichkeit

Alle 35 barrierefreien Wohneinheiten werden entweder als Zwei- oder Dreiraumwohnung ausgeführt und bieten zwischen 44 und 73 Quadratmeter Wohnnutzfläche. Jede Wohnung wird über eine eigene Terrasse oder einen Balkon verfügen. Bei einem Drittel der Wohneinheiten handelt es sich um herkömmliche Mietwohnungen mit Kauf-Option, zwei Drittel werden für „Junges Wohnen“ zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um eine eigene Förderschiene des Landes, mit welcher Personen unter 35 Jahren um einen Eigenmittelanteil von maximal 4.000 Euro eine bis zu 60 Quadratmeter große Mietwohnung beziehen können.

Das Wohnprojekt wurde auch von SPÖ-Vizebürgermeister Armin Bahr begrüßt, der darin eine langjährige Forderung der SPÖ nach leistbarem Wohnraum erfüllt sieht. FUFU-Stadtrat Martin Dowalil bemängelte die Vorgaben des Landes NÖ für „Junges Wohnen“. Den Eigenmittelanteil von bis zu 4.000 Euro erachtet er für junge Menschen als zu hoch. Die Liste FUFU stimmte dem Grundstückverkauf letztendlich nicht zu.