Zukunftsprojekt am alten Fabriksgelände. High-Tech-Labor, Werkstätte, Schauraum, Poly und Wohnungen am Bene-Areal angedacht. Im Sommer: „Oper rund um“.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 22. März 2018 (05:00)
Wohnen und Arbeiten sollen am Zukunfts-Campus am ehemaligen Firmengelände der Firma Bene auf der Zell mit Bildung, Technologie und Freizeit verknüpft werden. Im Sommer wird hier heuer im Erdgeschoß die „Oper rund um“ über die Bühne gehen.
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Die Bereiche Wohnen, Arbeit, Bildung, Technologie und Freizeit sollen im geplanten Zukunfts-Campus auf dem ehemaligen Fabriksgelände der Firma Bene auf der Zell unter einem Dach vereint und miteinander verknüpft werden. Die NÖN berichtete.

Doch was soll hier konkret umgesetzt werden? Herzstück des Campus solle ein von Unternehmen gemeinschaftlich genutztes High-Tech-Labor werden, berichtet Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer. „Welche Maschinen sich darin befinden werden, muss aber noch genau definiert werden.“

Daneben soll eine Low-Tech-Werkstatt einerseits der Polytechnischen Schule Waidhofen, die an den Standort auf der Zell übersiedeln wird, zur Verfügung stehen, andererseits aber auch von Privatpersonen genutzt werden können. „Damit wollen wir einer Do-it-Yourself-Bewegung wieder Vorschub leisten“, sagt der Stadtchef.

Installiert werden soll am Waidhofner Zukunfts-Campus auch ein Schauraum, der von einer dauerhaften Ausstellung bespielt wird. „Es soll hier ein Erfahrungsraum entstehen, an dem gezeigt wird, was wir in der Region haben und wie die Unternehmen hier arbeiten“, sagt Krammer. Der Raum solle aber auch eine Möglichkeit für Schulen und Bildungsstätten sein, um Dinge auszuprobieren. Der Stadtchef verweist auf die interdisziplinäre Mitmachausstellung „Wirkungswechsel“, die ab April Kinder am Bene-Areal in die Welt der Wissenschaft eintauchen lässt.

Auch kulturell wird der Zukunfts-Campus bespielt. So erlebt die „Oper rund um“, die letztes Jahr im Schlosshof des Rothschildschlosses erstmals in Waidhofen über die Bühne ging, im heurigen Sommer am ehemaligen Firmengelände auf der Zelle ein Dacapo. Zur Aufführung gelangt Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“. Premiere ist am 26. Juli.

Vorbereitung für Architektenwettbewerb

Genutzt werden soll der Standort aber hauptsächlich von verschiedensten Unternehmen. „Die einen werden Büroeinheiten brauchen, die anderen Werkstattboxen. All das ist dort untergebracht“, erläutert der Bürgermeister. „Die Grundidee ist, dass die Leute, die dort arbeiten, auch dort wohnen können, ob das jetzt Lehrlinge oder Mitarbeiter einer Firma sind, die hier Projekte realisieren.“ Dafür sollen am Campus kleinere Wohneinheiten entstehen.

Auf dem restlichen Gelände wird die Wohnbaugesellschaft Alpenland, der das Areal gehört, weitere Wohnflächen schaffen. Ein Architektenwettbewerb ist für Herbst angedacht. Davor muss das vorhandene Konzept für den Campus noch präzisiert werden.

Mit dieser Aufgabe wurde nun das Waidhofner Unternehmen M.O.O.CON beauftragt. Dabei gehe es darum, alle Details bezüglich Flächenbedarf, Projektträgerschaft und Finanzbedarf zu klären, sagt Krammer. Was die Finanzierung betrifft, so gebe es von den wesentlichen Unternehmenspartnern bereits finanzielle Zusagen und auch vom Land NÖ habe man signalisiert bekommen, dass es sich beim Zukunfts-Campus um ein förderwürdiges Projekt handle.

Entwickelt wird der Waidhofner Zukunfts-Campus in Abstimmung mit der Entwicklung der Remise des Bahnhofs Amstetten über die NÖ Gründeragentur RIZ und die Zukunftsakademie Mostviertel. „Indem diese beiden Standorte parallel entwickelt werden, kann man sich gegenseitig ergänzen“, sagt Krammer. „Und das Schöne da-ran ist, man ist durch die Rudolfsbahn auch miteinander verbunden.“