Mehrere neue Wirte im Ybbstal. Manch Wirtshaus schloss die Pforten für immer. Dafür machten neue Gastronomiebetriebe im Ybbstal auf.

Von Andreas Kössl und Stephanie Turner. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:00)

Die Zahl der Wirtshäuser ging in den letzten Jahren zurück. Ein Wirtesterben sieht Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Andreas Geierlehner im Bezirk Amstetten jedoch nicht. Ein gewisser Wandel bei den Betriebstypen sei aber spürbar, sagt er. Betriebsübergaben an die nächste Generation würden seltener.

Drei neue Gastrostätten in der Stadt

Dieser Wandel zeigt sich auch im Ybbstal. So schlossen in Waidhofen etwa das Gasthaus zum Halbmond oder das Gasthaus Krenn für immer ihre Pforten. Zuletzt sperrte Anfang Mai der Stadtwirt, der im Sommer 2017 von der Ybbsitzer Straße in das revitalisierte Forsterhaus am Oberen Stadtplatz gezogen war, zu. Ganz besonders weh tat Anfang 2016 das Ende des Gasthauses Mostviertelblick in St. Georgen/Klaus. Seitdem muss der Ortsteil ohne Wirtshaus auskommen. Von einem Waidhofner Wirtesterben möchte Bürgermeister Werner Krammer aber nicht sprechen. Er verweist auf gleich drei neue Gastrostätten in der Stadt.

So findet sich im traditionsträchtigen Gasthof Schwarzer Bär in der Ybbstorgasse seit Jänner wieder ein Wirtshaus und gibt es ebenfalls seit heuer in der Ybbsitzer Straße das Stadtwirtshaus. Seit drei Monaten betreiben Richard Abfalter und Rami Abu Zahra in der Mühlstraße ihre Grill.Bar. Kredenzt werden Burger, Steaks, Spareribs und TexMex-Gerichte, aber auch Veganer und Vegetarier kommen auf ihre Kosten. „Wir waren uns einig, dass es in Waidhofen dafür einen Markt gibt“, sagt Abfalter. Dass es von 11.30 bis 22 Uhr durchgehend warme Küche gibt, ist eine zusätzliche Nische in Waidhofen. „Wer seinen Wirt in der Nähe behalten will, der muss auch hingehen“, meint Stadtchef Krammer und fügt an: „Neben dem kulinarischen Genuss hat das Wirtshaus auch eine wichtige soziale Funktion.“

WK NÖ; Foto: Iakov Filimonov/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Von den Radfahrern am Ybbstalradweg profitiert das Radwegstüberl in Kogelsbach. Seit gut einem Jahr wird es nun von Andrea Leichtfried betrieben. „Der Betrieb läuft gut, auch wenn die Radtouristen heuer durch das Regenwetter im Frühjahr lange ausgeblieben sind“, sagt die Gastronomin. „Zum Glück wird unser Betrieb aber auch von den Einheimischen gut angenommen.“

In Allhartsberg betreibt Franz Kloimwieder seit Ende 2017 nun den traditionsträchtigen Allhartsbergerhof. „Wir sind sehr glücklich, dass wir wieder einen Wirt im Ort haben“, freut sich Bürgermeister Anton Kasser. „Zwischendurch war die gastronomische Betreuung eine Zeit lang nicht so gut. Da hat man gesehen, welcher Schaden das für einen Ort ist.“

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