Fred Luks: „Einzelinitiative reicht nicht“. Fred Luks wird am Donnerstag die Themen Klimaerwärmung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Wachstumsgrenzen aufgreifen und dabei für einigen Zündstoff sorgen.

Erstellt am 28. September 2018 (04:00)
Nick Albert
Der Leiter des WU-Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit Fred Luks wird am Donnerstag seine Ansichten zur Wirtschaft der Gegenwart darlegen.

Für gewaltigen Zündstoff verspricht der nächste Vortrag der Reihe „Wirtschaft 2050“ zu sorgen: Fred Luks, der Leiter des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, wird im Plenkersaal die Themen Klimaerwärmung, Digitalisierung und Wachstumsgrenzen besprechen und dabei die Frage beantworten, ob sich die Wirtschaft der Gegenwart im Ausnahmezustand befindet.

Luks sieht die Bequemlichkeit als „konstitutive Ursache für den Ausnahmezustand“: „Bequemlichkeit als Haltung gegenüber anspruchsvoller Kritik, mühsamen Denkanstrengungen, Taten und Unterlassungen ist ein zentraler Faktor für die Entstehung des Ausnahmezustands und für Wege, die über ihn hinausführen. Diese Bequemlichkeit ist natürlich eine individuelle Haltung, mindestens ebenso sehr aber eine gesamtgesellschaftliche Scheißegal-Ideologie“, sagt Fred Luks.

Vortrag im Plenkersaal

Immer wieder verfasst er kritische Kommentare zu wirtschaftlichen Themen in namhaften deutschsprachigen Zeitungen. Erst im April dieses Jahres erschien sein Buch „Ausnahmezustand. Unsere Gegenwart von A bis Z“, in dem er pointiert Stellung zur Lage der aktuellen Nachhaltigkeitspolitik und der Rolle der Wirtschaft nimmt.

„Zu glauben, dass Einzelhandlungen einen gesellschaftlichen Ausnahmezustand nennenswert beeinflussen können, ist naiv. Natürlich ist es gut und schön und wichtig, dass sich möglichst viele Menschen so verhalten, dass es mit ‚Nachhaltigkeit‘ vereinbar ist. Aber es reicht bei Weitem nicht aus“, meint Luks.

Bei seinem Vortrag im Plenkersaal wird Fred Luks, der in Hamburg und Honolulu Volkswirtschaftslehre studiert hat, seine Überlegungen zur Wirtschaft der Gegenwart näher ausführen und aufzeigen, was sich ändern muss, um dem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit praktisch nachkommen zu können.