Waidhofen: Konferenz für das Klima. Leute aus dem gesamten Ybbstal diskutierten über Umweltmaßnahmen.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 05. November 2018 (09:09)
Lisa Hofbauer
Die Organisatoren Lucia (4.v.r.) und Raphael Kößl (2.v.r.) sowie Elisabeth Austaller (r.) konnten Gunnar Scholz (Radlobby), Eduard Beer (Klimabündnispfarre Böhlerwerk), Ursula Schrefl (Sturmfrei), Johann Stixenberger (Die Hoflieferanten) und Jakob Anger (Wohnprojekt GeWoZu und Carsharing-Verein Waidhofen) als Referenten bei der Klimakonferenz begrüßen.

„Mit der Natur kann man nicht verhandeln, miteinander aber schon“ – das war der Leitgedanke der ersten Klimakonferenz, die der Verein Wirtschaft 2050 ins Leben gerufen hat.

NOEN

„Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass man Wirtschaft nicht ohne ökologische Dimension denken kann“, sagte Wirtschaft-2050-Obmann Raphael Kößl bei der Begrüßung. „Und deshalb wollen wir im Rahmen dieser Konferenz den Stein ins Rollen bringen und uns gemeinsam überlegen, was man machen kann, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden.“

„Es ist immer besser ein bisschen etwas zu tun als gleich gar nichts.“Wirtschaft-2050-Obmann Raphael Kößl

Im Rahmen der Konferenz wurden bereits bestehende Klimaprojekte in Waidhofen und Umgebung vorgestellt und gemeinsam an neuen Ideen gebastelt. Berücksichtigt wurden bei den Überlegungen drei verschiedene Ebenen: die individuelle, die regionale und die überregionale Ebene. Begonnen wurde dabei mit der individuellen Ebene: „Diese ist bezüglich Umsetzung die leichteste Ebene, aber auch jene mit der geringsten Hebelwirkung“, sagte Kößl. „Dennoch ist es immer besser ein bisschen etwas zu tun, als gar nichts.“

Als Beispiel, was auf der individuellen Handlungsebene getan werden kann, stellten Raphael Kößl und seine Schwester Lucia die private oder familieninterne Klimakonferenz vor. „Wir haben uns in unserer Familie beim Frühstück zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, was jeder von uns individuell für das Klima machen kann“, erzählte Kößl. „Dabei ist es wichtig, immer von der eigenen individuellen Situation auszugehen: Isst zum Beispiel jemand viel Fleisch, kann derjenige in diesem Bereich reduzieren, Personen, die bereits ohnehin auf Fleisch verzichten, können zum Beispiel noch zusätzlich zwei vegane Tage einlegen.“

Inspirationen für eigene Handlungsmöglichkeiten konnten sich die Anwesenden schließlich auf Plakaten, die das Organisationsteam zu den Themen „Mobilität“, „Ernährung“, „Konsum“ und „Wohnen“ erstellt hatte, holen (siehe ganz unten).

Vorbildliche Initiativen vor den Vorhang geholt

Auf der regionalen Ebene holte der Verein Wirtschaft 2050 Initiativen und Organisationen, die sich auf verschiedene Art und Weise Klimaschutz auf die Fahnen geheftet haben, vor den Vorhang. So präsentierten die Radlobby, der Carsharing-Verein Waidhofen, der Werk- und Denkraum Sturmfrei, der Bioladen „Die Hoflieferanten“, das gemeinschaftliche Wohnprojekt GeWoZu und die Klimabündnispfarre Böhlerwerk, die auf dem Dach des Pfarrhofs eine Fotovoltaikanlage für die umliegenden Gebäude errichtet hat, ihre Angebote sowie ihre Pläne für die Zukunft.

Ausgehend vom vorgestellten Ist-Zustand wurden danach in Kleingruppen Ideen erarbeitet, wie Klimaschutz im Ybbstal noch forciert werden kann. Wünsche, die dabei in fast allen Gruppen zutage kamen, waren ein Radverleih sowohl für herkömmliche Fahrräder als auch für Lastenräder, eine Vernetzung bezüglich Fahrgemeinschaften sowie ein umfassenderes Angebot unverpackter Lebensmittel in Supermärkten.

Wunsch, Radverleihnetz in der Stadt aufzubauen

Besprochen wurde so etwa die Idee eines „Mitfahrbankerls“, auf das sich Leute setzen können, um zu signalisieren, dass sie gerne wohin mitgenommen werden würden. Auch ein Radverleih wurde besprochen. „Unser Wunsch wäre es, Leihstationen beim Hauptbahnhof in der Innenstadt und beim Buchenbergheim aufzustellen, wo sich Leute Räder ausleihen und dann einfach wieder zurückgeben können“, sagte Radlobby-Obmann Gunnar Scholz.

Weitere eingebrachte Vorschläge waren etwa die Bewusstseinsbildung in Schulen, Fotovoltaikanlagen auf Dachflächen öffentlicher Gebäude oder Food-Sharing-Angebote.