Firma im Ybbstal hat 3 Millionen Kühlschränke recycelt. Seit 2009 entsorgt UFH RE-cycling im Wirtschaftspark Kematen Alt-Kühlgeräte. Die Wiederverwertungsquote liegt bei 97 Prozent.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 15. April 2021 (05:32)

Seit mittlerweile zwölf Jahren befindet sich die modernste Kühlgeräte-Recyclinganlage Europas im Wirtschaftspark Kematen. Betrieben wird sie von der UFH RE-cycling GmbH, die 2008 von den Unternehmen UFH und REMONDIS (siehe Infobox unten) gegründet wurde. Im Dreischichtbetrieb werden am Standort im Jahr bis zu 300.000 Alt-Kühlgeräte recycelt. Einzigartig in Österreich ist das in Kematen verwendete Kryokondensationsverfahren, das die gleichzeitige Verarbeitung von FCKW- und Nicht-FCKW-Geräten in der Recycling-Anlage ermöglicht.

Im März wurde bei der UFH RE-cycling GmbH im Wirtschaftspark Kematen nun das dreimillionste Alt-Kühlgerät entsorgt. Der NÖN gewährte das Unternehmen zu diesem Anlass einen Einblick in den Betrieb. Betriebsleiter Gerhard Ungerböck gab Auskunft über die Funktionsweise der Recyclinganlage, in der pro Tag bis zu 1.200 Kühlgeräte verarbeitet werden können (siehe Infobox rechts). Zwei Drittel der Geräte kommen aus Österreich. 97 Prozent eines Alt-Kühlgeräts werden wiederverwertet.

„Unsere Bilanz der letzten zwölf Jahre kann sich sehen lassen“, sagt UFH-Geschäftsführer Robert Töscher. „Wir sorgen dafür, dass kein einziges FCKW-Altgerät unsachgemäß entsorgt wird.“ Die unsachgemäße Entsorgung nur eines Geräts würde eine zusätzliche Umweltbelastung von über einer Tonne CO 2 bedeuten, führt Töscher aus. „Das ist so viel wie ein Pkw auf einer Strecke von 8.000 Kilometern ausstößt.“ Aber auch die Entsorgung von Altgeräten neueren Baujahrs in der Anlage in Kematen sei ein wichtiger Beitrag für eine gesündere Umwelt, hält der UFH-Geschäftsführer fest. Gut 400.000 Tonnen an ausgestoßenem CO 2 würden pro Jahr durch das Recycling aller Geräte in Summe eingespart. „Die Rückführung der gewonnenen Sekundärrohstoffe in den Produktionsprozess von Neugeräten tut nicht nur der Umwelt gut, sondern trägt auch zur Entspannung der weltweiten Knappheit an Rohstoffen bei und ist ein weiterer Effekt, auf den wir besonders stolz sind“, ergänzt Töscher.

30 Mitarbeiter und neue Lagerhalle errichtet

Für die Region ist die UFH RE-cycling GmbH auch ein wichtiger Arbeitgeber. 30 Mitarbeiter sind am Standort tätig und es wird laufend investiert. Erst vor wenigen Tagen wurde nach nur neun Wochen der Bau einer neuen Lagerhalle abgeschlossen. Mit der neuen Halle wurde die Lagerkapazität am Standort um 10.000 weitere Altgeräte erweitert. „Wir haben im vergangenen Jahr die erhöhte Investitionsprämie genutzt und mit der neuen Lagerhalle unsere Recycling-Kapazität beträchtlich erweitert“, sagt UFH-RE-cycling-Co-Geschäftsführer und REMONDIS-Geschäftsführer Helmut Kolba. „Wir sehen das als notwendige Investition in die Zukunft unseres Unternehmens und in den Umweltschutz.“ Töscher und Kolba sind sich einig, dass laufende Investments von Beginn an von großer Bedeutung für den Erfolg des Unternehmens gewesen seien.

2020 sei für das Unternehmen trotz Corona ein gutes Jahr gewesen, berichtet Kolba. „Obwohl wir im April in Kurzarbeit gehen mussten, haben wir über das Jahr gerechnet unsere Jahresmenge erreicht.“

Durch den ersten Lockdown sei es im März und April des Vorjahres zu einem Einbruch bei der Anlieferung von Alt-Kühlgeräten am Standort gekommen, berichtet Betriebsführer Ungerböck. „Nach der Wiederöffnung kam dann der Anstieg. Viele Menschen haben in der Corona-Pandemie statt in den Urlaub in Luxusgüter investiert, ihre alten Kühlgeräte ausgemistet und sich neue angeschafft.“ So türmen sich bei UFH RE-cycling in Kematen derzeit Kühlschränke und Kühltruhen übereinander und warten darauf, in den Schredder zu kommen.