Grüne Kritik an Bodenversiegelung. Grüne gegen Betriebsgebiet in Opponitz. ÖVP-Nationalrat Hanger hält dagegen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 28. September 2019 (02:12)
Landessprecherin Helga Krismer und Bezirkssprecher Dominic Hörlezeder von den Grünen sprechen von einem Schildbürgerstreich.
Grüne NÖ

Eines von drei neuen interkommunalen Betriebsgebieten möchte die Wirtschaftspark Ybbstal GmbH in Opponitz realisieren. Wie die NÖN berichtete, möchte die Firma Fuchs Metalltechnik aus Ybbsitz auf den sogenannten Fertsak-Gründen beim Ochsenloch ihren Werkzeugbau neu aufstellen und die ortsansässige Firma E-Wolf einen weiteren Teil des Grundstücks nutzen.

Andreas Hanger (ÖVP) sieht Betriebsgebiet im Ybbstal als Beitrag zum Klimaschutz.
ÖVP

Nun melden sich die niederösterreichischen Grünen nach einem Besuch in Opponitz zu diesem Vorhaben, aber auch zu dem geplanten Betriebsgebiet in Waidhofen, zu Wort. „Es ist nicht einfach, Bürgern zu erklären, warum Wirtschaft und Bürgermeister Getriebene und Bodenverbrauch und -versiegelung Teil des Systems sind“, sagt Landessprecherin Helga Krismer.

„Bürgermeister wollen Kommunalsteuer als Einnahme, die Region möchte gegen Absiedelung agieren, der Betrieb will mehr Gewinn erzielen und und und.“

Um diesen Zwängen zu entkommen und der Klimakrise entgegenzuwirken, brauche es eine Änderung der Raumordnungspolitik, fordert Krismer. Neben der Bodenversiegelung bezeichnet sie auch die Auflassung der Ybbstalbahn als Schildbürgerstreich. „Intakte Bahn-Infrastruktur ist das Rückgrat einer Region“, sagt Krismer.

„Da die ÖVP meint, dass Radeln statt Bahnfahren etwas mit Hausverstand zu tun hat, muss ich antworten: Hausverstand braucht es beim Umgang mit Grünland.“

Für ein überörtliches Raumordnungsprogramm plädiert ÖVP-Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger, der auch Geschäftsführer der Wirtschaftspark Ybbstal GmbH ist. Gerade in Opponitz, wo man ein interkommunales Projekt anstrebe, brauche es eine überörtliche Raumplanung.

„Man muss dem Ybbstal aber auch zugestehen, Bauland und Betriebsgebiete zu entwickeln“, hält Hanger fest. „Ich sehe das auch als einen Beitrag zum Klimaschutz, weil die Menschen ihren Arbeitsplatz dann vor Ort haben und nicht auspendeln müssen.“