Waidhofen/Ybbs: SPÖ möchte günstigeren Wohnraum. Vizebürgermeister Bahr legt Ideen im Bereich Wohnen vor. WVP-Stadtchef Krammer sieht einen guten Mix in Waidhofen gegeben.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 14. April 2021 (05:58)
Symbolbild
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Für leistbaren Wohnraum spricht sich die SPÖ Waidhofen in ihrer jüngsten Aussendung aus. „Gutes und leistbares Wohnen ist eines unserer zentralen Anliegen“, sagt SPÖ-Vizebürgermeister Armin Bahr. „Wir setzen uns bereits seit Jahren für die Umsetzung von sozial gerechtem Wohnen für alle Waidhofnerinnen und Waidhofner ein. Dies ist unausweichlich, um unsere Stadt weiterhin lebenswert zu gestalten und den Menschen eine Existenzgrundlage zu ermöglichen.“

Wie es gelingen soll, den Wohnraum in Waidhofen leistbarer zu machen, dafür hat die SPÖ mehrere Vorschläge parat. Für junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren schlägt man das sogenannte „5x5-Modell“ vor. Dabei soll dem Mieter eine fixe Miete von fünf Euro brutto pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten ohne Heizung für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren garantiert werden. Die Differenz auf den vollen Mietzins soll die öffentliche Hand – konkret das Land NÖ – übernehmen. „Es handelt sich hier um eine Anschubfinanzierung, bis die jungen Menschen finanziell besser auf eigenen Beinen stehen“, sagt Bahr. „Dieses Modell zeichnet sich auch dadurch aus, dass aufgrund der effektiven Leerstandsnutzung keine weitere Flächenversiegelung stattfindet und es rasch umgesetzt werden kann.“

Beim „Neuen Wohnen“, das von der SPÖ ebenfalls vorgeschlagen wird, stellt die Stadt einer Wohnbaugenossenschaft einen Baugrund samt Baurecht zur Verfügung, wodurch der Finanzierungsanteil der Mieter geringer werden soll. Nach 30 Jahren fällt das Grundstück samt Gebäude wieder an die Gemeinde retour.

Die Schaffung und Renovierung von Gemeindewohnungen ist für die SPÖ ein weiterer unverzichtbarer Punkt, um als Gemeinde Einfluss auf den Wohnungsmarkt und die Preisgestaltung zu haben. „Die Sanierung von bestehenden Gemeindewohnungen dient neben der weiteren Verfolgung der Ziele des Waidhofner Klimamanifests vor allem einer sozial gerechten Umsetzung von ökologischen Maßnahmen“, sagt der Vizebürgermeister.

SPÖ bemängelt Leerstände auf der Zell

Weiters konstatiert die SPÖ in Waidhofen vielerorts Leerstände, so etwa in großen Wohnbauten auf der Zell. „Dieser Leerstand steht großen zukünftigen Bauvorhaben der verschiedensten Bauträger gegenüber“, sagt Bahr. „Vonseiten der Stadt sollte hier eine Leerstanderhebung stattfinden, um so gezielter in das Wachstum der Stadt planerisch eingreifen zu können.“

Bestehender Leerstand in Wohnbauten könnte in Gemeinschaftsflächen umgewidmet werden, schlägt Bahr vor. „Besser gemeinschaftlich nutzbare Büros, Werkstätten, Lernräume oder Gästewohnungen als ungenutzte leere Wohnungen“, meint der SPÖ-Chef. Als große Hürde, um sich eine Wohnung leisten zu können, sieht die SPÖ Kautionen. Um den Menschen hier unter die Arme zu greifen, schlägt man eine Kautionsförderung auch für Genossenschaftswohnungen vor. Die Stadt soll sich hier finanziell gestaffelt beteiligen.

In zentrumsnaher Lage möchte die SPÖ außerdem ein betreutes Wohnprojekt umgesetzt wissen, das ein selbstbestimmtes Leben für ältere Menschen auch dann noch gewährleistet, wenn dies am ursprünglichen Wohnort nicht mehr möglich ist. „Im Unterschied zum betreubaren Wohnen ist beim betreuten Wohnen eine Ansprechperson für die Bewohner vor Ort“, führt Bahr aus. Als mögliche Standorte könnte man sich den Kinoparkplatz oder den Lokalbahnhof vorstellen.

„Leistbares Wohnen ist natürlich ein wichtiges Thema“, sagt Bürgermeister Werner Krammer (WVP). „In Waidhofen haben wir hier einen guten Mix. Wir haben den geförderten Wohnbau, sowohl mit einer Objekt- als auch einer Subjektförderung. Wir helfen bei der Förderabwicklung und es gibt Gemeindewohnungen, um Problemfälle abzufedern. Außerdem haben wir auf Vorschlag von Vizebürgermeister Bahr einen Kautionsfonds für Gemeindewohnungen geschaffen und sind da ran, im Rahmen des Förderprogramms des Landes ein Projekt „Junges Wohnen“ umzusetzen. Die Abstimmungen, wo genau dieses Projekt umgesetzt werden kann, laufen gerade.“

Ergänzt werde das Angebot durch leistbare Baugründe in den Ortsteilen und der Bärleiten, hält der Stadtchef fest und fügt an: „Wenn die SPÖ leistbaren Wohnraum fordert, so hätte sie es mit dem Umbau des Weißen Rössl selbst in der Hand gehabt, hier welchen zu schaffen.“

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