Neuer Fahrplan: Schülerbusse fahren nicht mehr. Eltern aus Ybbsitz beklagen fehlende Postbus-Linien, die für ihre Kinder für den Weg zur und von der Schule in Waidhofen zentral waren.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 04. September 2019 (04:16)
VOR
Seit Montag ist der neue Fahrplan des Verkehrsverbunds Ost-Region in Betrieb. Ybbsitzer Eltern beklagen fehlende Schülerbus-Verbindungen.

Am Montag trat das neue Regionalbuskonzept des Verkehrsverbunds Ost-Region (VOR) in Kraft. Doch was die Verkehrsplaner des VOR als verbesserte Linienführung preisen, verärgert Ybbsitzer Eltern, deren Kinder in Waidhofen die Schule besuchen. Der Grund: Zwei der von den Schülern am meisten frequentierten Busse wurden mit Schulbeginn vom Fahrplan gestrichen. Nach Meinung der Eltern wurden sie nur unzureichend ersetzt. Das betrifft sowohl den Weg zur als auch den Weg von der Schule.

In der Früh fällt nun der ÖBB-Postbus 1666, der bislang von Scheibbs über Gresten und Ybbsitz nach Waidhofen fuhr, weg. Mit diesem Bus fuhren die Ybbsitzer Schüler um 6.45 Uhr von der Ortsmitte ab und kamen um 7 Uhr bei BRG und HAK in Waidhofen an. Dieser Bus sei oft schon ab Ortsmitte voll besetzt gewesen, berichtet eine Mutter aus Ybbsitz, deren Kinder das Waidhofner Gymnasium besuchen. Der Ersatz sei unzureichend.

Seit Montag müssen die Schüler nun wählen, welchen Bus sie zur Schule nehmen: Fahren sie um 7 Uhr in Ybbsitz mit dem Bus ab, so kommen sie bei BRG und HAK um 7.19 Uhr an. Um 7.25 Uhr beginnt die Schule. Für manche Eltern ist das zu knapp.

Lange Wartezeit oder Eile vor Schulbeginn

Die Abfahrtszeit des Busses davor wurde jedoch von 6.26 Uhr auf 6.22 Uhr vorverlegt. Dieser Bus kommt schon um 6.41 Uhr bei der Bürgerspitalkirche in Waidhofen an. Die Schüler müssten somit 44 Minuten warten, bis der Unterricht anfängt.

Verärgert sind die Eltern auch darüber, dass auch der ÖBB-Postbus, der bislang um 13.05 von BRG und HAK abfuhr und um 13.18 Uhr in Ybbsitz Ortsmitte ankam, vom Fahrplan gestrichen wurde. Schließlich ist am Gymnasium meist um 13 Uhr Schulschluss. Somit war diese Linie die ideale Verbindung nach Hause. Nun müssen die Schüler aber bis 13.40 Uhr warten, bis es wieder heimwärts geht.

Knapp wird es auch für die HTL-Schüler. Nach sechs Stunden ist dort um 12.40 Uhr Unterrichtsende. Bleiben drei Minuten Zeit, um den Bus nach Ybbsitz um 12.43 beim Landesklinikum zu erwischen. Geht sich das nicht aus, fährt der nächste Bus dann erst wieder um 13.43 Uhr.

Nachdem die Ybbsitzer Eltern die Änderungen im Busfahrplan zur Kenntnis genommen hatten, kontaktierten sie den Verkehrsverbund Ost-Region über die Service-Telefonnummer. Die Antwort, die sie zu hören bekamen, war jedoch äußerst unbefriedigend. Die Schüler würden sich schon daran gewöhnen und ansonsten müssten die Eltern halt Fahrgemeinschaften bilden, hieß es.

„Diese Antwort ist natürlich ein No-Go“, sagt VOR-Pressesprecherin Christina Bachmaier. „Normalerweise sind unsere Mitarbeiter aber sehr freundlich und zuvorkommend.“

Mit Ressourcen, das Beste rausgeholt

Grundsätzlich habe man bei der Fahrplanerstellung versucht, dass mit den vorhandenen Ressourcen für eine möglichst große Gruppe das Beste rauskomme. Es seien auch keine Linien gestrichen, sondern höchstens umgeschichtet worden. Die Ankunft des Schülerbusses um 7.19 Uhr in Waidhofen sei zwar knapp, gibt die VOR-Pressesprecherin zu. Durch Zubringer in Scheibbs und Gresten sei dies aber der frühest mögliche Zeitpunkt, an dem der Bus in Waidhofen ankommen kann, gewesen.

„Sofern es keinen Stau gibt, geht sich das aber aus, da die Haltestelle gleich vor der Schule ist.“ Was den Bus um 13.40 Uhr am Nachmittag betrifft, so habe man sich da mit dem Taktfahrplan der Bahn abstimmen müssen.

Den Ärger der Eltern könne sie bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, sagt Bachmaier, verweist aber im Gegenzug auf die moderne Busflotte, die nun mit WLAN, USB-Steckdosen und Klimaanlage aufwartet. Nach dem Start des neuen Busfahrplans am Montag werde es nun Fahrgastzählungen und Evaluierungen geben, kündigt die VOR-Pressesprecherin an. „Wir werden schauen, wo noch Verbesserungen nötig sind, und wenn möglich Feinjustierungen vornehmen.“