Ybbstalbahn: Geleise abmontiert. Der Gemeinderat beschloss das Abtragen der Geleise und Schwellen auf der Stichstrecke. Bahnhof und Waggons bleiben.

Erstellt am 01. Juni 2017 (05:00)
NÖN
Die Natur hat sich der Geleise bemächtigt. Nun werden sie zwischen Ybbsitz und Gstadt abmontiert.

Wie Könige ohne Land werden die Wagons des Eisenbahnclubs 598 künftig im Bahnhof Ybbsitz stehen. Denn der Gemeinderat beschloss am Montag die Abtragung von Schwellen und Geleisen auf der Stichstrecke zwischen Gstadt und Ybbsitz. „Die Bahntrasse bleibt bestehen, auch der Baukörper, und er wird auch nicht verbaut“, sagt Bürgermeister Josef Hofmarcher.

Resigniert gab sich Ybbstalbahnfreund Gottfried Lettner von den Grünen angesichts des immer aussichtsloser werdenden Kampfes um den Bestand der Ybbstalbahn. „Es ist traurig, dass man gerade dort die Eisenbahn nicht als Kulturgut sehen will, wo die Eisenstraße soviel Unterstützung bekommt“, so Lettner. Die Kosten für den Abbau, der der Firma Perger als Billigstbieter zugesprochen wurde, betragen 53.600 Euro, abzüglich der Erlöse aus dem Alteisen, das mit den bereits abgebauten 47 Tonnen an Schienen weitere 72 Tonnen erwarten lässt.

Nur drei Hände blieben schließlich unten, als Bürgermeister Josef zur Abstimmung schritt: Gottfried Lettner (Grüne) und Heinz Gabriel (FPÖ) stimmten gegen den Abbau der Geleise, Zoltan Abfalter (Grüne) enthielt sich der Stimme.

Der Unmut bei den Gästen der Gemeinderatssitzung aus den Reihen des Waidhofner Vereins Club 598 war indes nicht zu überhören. „Hier macht man einen großen Fehler“, tönte es von den Besucherrängen, bevor man die Sitzung verließ.